Zwei Wochen nach dem Rundumschlag von S&P bewertet auch die zweite der drei großen US-Ratingagenturen Länder mit der Gemeinschaftswährung neu. Die krisengeplagten Länder Spanien und Italien sind erneut betroffen.
Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Staaten herab. Die Bonitätswächter senkten am Freitagabend das langfristige Emittentenrating für Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien um eine Note.Die Bonitätswächter begründeten ihren Schritt damit, dass die genannten Länder in nächster Zeit anfällig für monetäre Schocks seien.
Die Ratings von Spanien und Italien sowie Slowenien wurden von den Bonitätswächtern gleich um zwei Stufen herabgesetzt. Spanien rangiert nun bei "A", Italien sogar bei "A-". Das Rating Sloweniens liegt ebenfalls bei "A". Belgiens Kreditwürdigkeit bewertet Fitch nun mit "AA", Zypern wurde von "BBB" auf "BBB-" herabgestuft. Einzig Irlands Rating "BBB+" ließen die Bonitätswächter bestehen. Der Ausblick für alle sechs Staaten ist jedoch weiterhin negativ. Das bedeutet, dass weitere Herabstufungen nicht ausgeschlossen sind.
Die Finanzmärkte beeindruckte die Nachricht kaum. Der Euro stieg auf ein neues Tageshoch von 1,3220 US-Dollar. Der US-Aktienmarkt blieb kurz vor Handelsschluss ruhig. Die Entscheidung sei am Markt bereits erwartet worden, sagten Händler. Zudem bewerte Fitch die meisten Länder besser als Standard & Poor's.
Fitch hatte bereits am 16. Dezember angekündigt, sich die Euro-Zone angesichts der Schuldenkrise genauer anzusehen. Fitch warnte damals schon vor Herabstufungen.
Standard & Poor's hatte vor zwei Wochen die Kreditwürdigkeit von neun Staaten der Euro-Zone gesenkt. Betroffen waren unter anderem Frankreich, Österreich, Italien, Portugal und Spanien. Auch Malta, Slowenien und die Slowakei wurden am 13. Januar um eine Stufe herabgesetzt. Deutschland behielt wie auch in der aktuellen Fitch-Bewertung sein Top-Rating und einen stabilen Ausblick.
Die Abstufung Italiens wäre noch schärfer ausgefallen, hätte sich die Regierung in Rom nicht derart klar zu einem Abbau des Defizits und Strukturreformen verpflichtet, teilte Fitch mit. Durch die gestiegenen Zinsen für italienische Anleihen sei eine neue Schuldendynamik entstanden, hieß es bei Fitch. In Spanien habe sich der wirtschaftliche und fiskalische Ausblick verschlechtert.
Italiens Regierungschef Mario Monti reagierte gelassen. "Die Bewertung stützt sich auf Dinge, die nicht gänzlich neu sind. So ist die Verschuldung Italiens gemessen am Bruttoinlandsprdodukt sehr hoch. Wir wissen auch, dass die Euro-Zone als Ganzes gesehen keine perfekte Regierung besitzt", sagte Monti im italienischen Fernsehen.
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