Besonders kritisch wird in den Verhandlungen derzeit die Rolle vieler Hedgefonds gesehen, die Griechenland-Anleihen besitzen. Viele wollen nicht auf den Forderungsverzicht eingehen und pokern weiter, indem sie darauf setzen, dass ihre Ansprüche voll ausgezahlt werden.
Commerzbank-Chef Martin Blessing fordert die Zustimmung zu dem Deal
"Ich glaube, wir werden es aussitzen", sagte ein Fondsmanager der Nachrichtenagentur Reuters. Irgendwann werde in dem Poker der Moment kommen, wo einige Anleger alles zurückbekommen. Commerzbank-Chef Martin Blessing warnte allerdings davor, an den Eckpunkten zur privaten Gläubigerbeteiligung zu rütteln. "Die Politik und die Banken haben sich im Oktober auf einen 50-prozentigen Schuldenschnitt geeinigt, und es wäre hilfreich, daran festzuhalten", sagte er laut Reuters.
Ministerpräsident Lucas Papademos hatte gedroht, die privaten Gläubiger gesetzlich dazu zu verpflichten, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten. Ein Großteil der Anleihen ist nach griechischem Recht begeben, weswegen die Zahlungsbedingungen jederzeit geändert werden können. Ein von den Hedgefonds entfachter Rechtsstreit könnte sich über Jahre hinziehen.
Die "New York Times" berichtete, einige Hedgefonds dächten über einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nach, sollten sie per Gesetz zu einem Verzicht gezwungen werden. Die Zeitung berief sich auf Gespräche zwischen den Investoren und ihren Anwälten. Ausgangspunkt für eine Klage in Straßburg könnte eine mögliche Verletzung des Eigentumsrechts sein, das in Europa als Menschenrecht gilt.