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Merken   Drucken   06.11.2011, 20:41 Schriftgröße: AAA

Sonderziehungsrechte: Kampf um den Schatz der Bundesbank

Leitartikel Das Entsetzen ist groß: Ausländer greifen nach den Milliarden unserer Notenbank. Doch die Aufwallungen verstellen nur den Blick auf eine schon fast zwangsläufige Entwicklung der Euro-Krise.
Welcher Staat birgt mit seinen Schulden die größte Gefahr?

 

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Nun soll es also an den Schatz der Nibelungen gehen: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy  und nach Überzeugung der Bundesbank auch die Europäische Zentralbank (EZB) greifen nach den Milliardenreserven unserer Notenbank - genauer nach den Sonderziehungsrechten beim Internationalen Währungsfonds (IWF), die ebenso wie die Devisen und das Gold zu den Währungsreserven gehören. Und damit allen Deutschen klar ist, was hier entwendet werden soll, schwingen nationale Töne mit: Die Bundesbank hüte doch den Schatz per Gesetzesauftrag für alle Bürger. Da will also tatsächlich jemand an unser Gold.
Diese Aufwallungen helfen allerdings nicht weiter; sie verstellen nur den Blick auf eine fast schon zwangsläufige Entwicklung der Euro-Krise. Das Drama um die Rettung der Gemeinschaftswährung erreicht seinen nächsten Akt. Zwar steht der Rettungsschirm EFSF mit einem Garantievolumen von rund 440 Mrd. Euro bereit. Offenkundig herrscht aber große Sorge, dass diese Summe nicht ausreichen könnte - falls große Volkswirtschaften wie Italien wanken.
Mit dem Zugriff auf die Sonderziehungsrechte der Bundesbank und der anderen nationalen Notenbanken ließe sich der Rettungsfonds ausweiten. Das dürfte schnell nötig werden, denn nur eine hinreichende finanzielle Feuerkraft wird Investoren davon überzeugen, dass die Euro-Staaten alles daransetzen werden, ihre Währungsunion zu retten. Doch Kniffe, die zudem gegen deutsches Recht verstoßen, sind dafür der falsche Weg. Und wenn die EZB dabei von der Bundesbank als treibende Kraft wahrgenommen wird, zerrüttet dies das Vertrauen zwischen den beiden wichtigsten Akteuren der Euro-Geldpolitik.
Der Fortbestand der Euro-Zone ist eine Frage des politischen Willens. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss klarmachen, dass es in Deutschlands vitalem Interesse liegt, das Überleben des Euro zu sichern. Auch wenn noch viele Milliarden mehr für Rettungsdarlehen und Garantien fällig werden.
  • Aus der FTD vom 07.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 11.11.2011 02:19:41 Uhr   focus: @cangrande

    Feuerkraft. Die Reformen sollen doch die Finanzmärkte beruhigen. So oder ähnlich wird täglich kolportiert. Kennen Sie eine andere Interpretation, wozu die Reformen gut sein sollen?

    Böse Finanzmärkte. Ob die böse sind oder gut ist hier nicht die Frage. Wenn die "liederlichen" Südländer schon seit Jahrzehnten bekannt sind, was hat dann die Finanzmärkte motiviert, gerade diesen Ländern über Jahrzehnte hinweg Geld zu geben. Deutsche Versicherungen sind mit rund € 38 Mrd in griechischen Staatsanleihen engagiert. Wussten die Versicherungen nicht mit wem Sie es zu tun haben? Was hat die Finanzmärkte dazu motiviert ein Kredit/Schuldenvolumen in der Größenordnung des 3,3-fachen der Weltwirtschaftsleistung an zu häufen? Wie konnte es dazu kommen, dass sich darunter jede Menge Schrott befindet? Was wollte die Finanzwirtschaft mit dem 3,3-fachen Kredit-/Schuldenvolumen der Weltwirtschaftsleistung erreichen? Würden Sie diesen Sachverhalt mit den gleichen Wertungen wie gegen die Südländer belegen? Was motivierte den Finanzmarkt den Briten, Irland, Island, Belgien so viel Geld zu geben? Kredite an denen diese Ländern erstickten. Können Sie mir erklären, was der Markt da bloß getrieben hat? Was für ein Risikomanagement hat der Finanzmarkt da wohl an den Tag gelegt?
    Verbalinjurien. Sie wollen doch nicht wirklich 11 Millionen Griechen als "...zipfel" werten? Woher nehmen Sie diese Gewissheit? Hoffentlich nicht aus dem Bauch: Hey Mann, das weiß man doch!

  • 10.11.2011 13:46:43 Uhr   Cangrande: "focus": ich verstehe Sie nicht!
  • 09.11.2011 09:32:17 Uhr   focus: @Cangrande
  • 08.11.2011 13:52:57 Uhr   Cangrande: Es gibt keine "hinreichende finanzielle ...
  • 07.11.2011 13:15:55 Uhr   EinBürger: Am Abgrund
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