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Merken   Drucken   20.08.2012, 18:44 Schriftgröße: AAA

Streit um EZB-Strategie: Anleihekäufe könnten Krise beenden

Die Pläne für eine neue Runde von Bondkäufen durch die EZB werden offenbar konkreter. Die Notenbank würde damit ihr Mandat gefährlich dehnen – wahrscheinlich aber auch die Sorgen um den Euro nachhaltig eindämmen.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Uwe Anspach
Leitartikel Die Pläne für eine neue Runde von Bondkäufen durch die EZB werden offenbar konkreter. Die Notenbank würde damit ihr Mandat gefährlich dehnen – wahrscheinlich aber auch die Sorgen um den Euro nachhaltig eindämmen.

Das Spannende an Dementis ist oft, was sie nicht dementieren: "Es ist absolut irreführend, über Entscheidungen zu berichten, die noch nicht beschlossen wurden", reagierte die Europäische Zentralbank auf einen Medienbericht, sie erwäge den Aufkauf von Staatsanleihen notleidender Staaten ab einer bestimmten Zinsschwelle. Die EZB dementiert damit also, dass Grenzwerte schon beschlossen sind - nicht aber, dass ernsthaft darüber diskutiert wird (man beachte das "noch nicht").

Wer die hohen Zinssätze für spanische, portugiesische oder griechische Anleihen für das Ergebnis eines rationalen Urteils der Märkte hält, begreift sie als berechtigte Strafe für unsolides Wirtschaften der Staaten - und muss eine Zinsschwelle der EZB ablehnen. Wobei man durchaus an der Rationalität des Marktes als Ganzem zweifeln kann: Schließlich wurden nach der Euro-Einführung denselben Ländern noch Niedrigzinsen zugestanden. Wer dagegen die Zinsen für panikgetrieben hält und zu hoch, damit Spanien, Griechenland oder auch Portugal sie noch aus eigener Kraft bewältigen können, der versteht solch eine Zinsschwelle als ein sinnvolles Zeichen der Sicherheit an Investoren, dass ihre Anleihekurse nicht unter ein bestimmtes Niveau sinken. Und dass es überzogen ist, ein Auseinanderbrechen des Euro zu erwarten und einzupreisen.

Es ist zugegebenermaßen gewagt, selbst wenn die Schwelle erst kommt, wenn die Länder die Sparauflagen des EU-Rettungsschirms akzeptieren. Rein rechtlich droht die Zentralbank, ihr Mandat zu überdehnen und Staaten verbotenerweise direkt zu finanzieren. Vor allem aber läuft sie Gefahr, dass sich die EU-Staaten auf die Finanzkraft der Zentralbank verlassen und eigene Reformbemühungen einstellen. Aber eines unterscheidet die Zinsschwellen von bisherigen Aufkaufprogrammen und dem 1000-Milliarden-Tender: Sie können die Krise nachhaltig eindämmen.

  • Aus der FTD vom 21.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Kommentare
  • 04.01.2013 17:24:06 Uhr   rooosen: Ein Riesenbetrug

    Die ganze Euro kriese ist ein künstlich aufgeblähtes objekt um den Euro zu verschachern und riesengewinne damit zu machen im süden sitzen die übeltäter die auch deutschland kaputt machen wollen , ein verbrechen ist das ganze .

  • 21.08.2012 16:02:18 Uhr   Victor Zander: Eurokrise ein Luftballon?
  • 21.08.2012 14:11:38 Uhr   Dr. Volker Gallandi: Leitartikel: Anleihekäufe könnten Krise bee...
  • 21.08.2012 13:58:26 Uhr   EinBuerger: Das Ziel
  • 21.08.2012 09:37:48 Uhr   Philosoph: EZB - Käufe von Staatsanleihen
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