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07.04.2010, 10:49
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Die strahlenden Reste russischer Rüstung
Die USA und Russland unterzeichnen einen neuen Vertrag zur atomaren Abrüstung. Die eigentliche Mammutaufgabe folgt danach: Wie lassen sich die strahlenden Hinterlassenschaften des Kalten Krieges beseitigen? Ein Ortsbesuch im größten Atommülllager der Welt an der Barentssee.
von Verena Diethelm, Murmansk
Ein 15 Meter langer Zylinder mit einem Durchmesser von rund zehn Metern ist alles, was von Wasgen Ambarzumjans einstigem Arbeitsplatz noch übrig ist. Manchmal gehe er an dem 1600-Tonnen-Koloss vorbei und streichele liebevoll über die rostbraune Oberfläche, erzählt der frühere Marinesoldat Besuchern mit einem Augenzwinkern.
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25 Jahre diente der Armenier als Offizier in der sowjetischen Nordflotte auf einem von zwei Kernreaktoren angetriebenen U-Boot. Mittlerweile arbeitet er für die Entsorgungsfirma Sewrao, eine Tochter der russischen Staatsholding Rosatom.
Die Sowjetunion ist längst Geschichte und damit auch ihr einstiger Stolz: Die meisten Atom-U-Boote wurden in ihre Einzelteile zerlegt. Von 1955 bis zum Zerfall der UdSSR im Jahr 1991 produzierte die Sowjetunion mehr als 240 Schiffe mit Nuklearantrieb - so viele wie kein anderes Land der Erde. Heute wird die russische Atom-U-Boot-Flotte auf nur noch 30 Einheiten geschätzt.
Die Überreste von Ambarzumjans Schiff liegen aufgebockt auf einer mehr als einen Meter dicken Betonplatte in der Sajda-Bucht, rund 50 Kilometer von der russischen Hafenstadt Murmansk entfernt. Dort, nördlich des Polarkreises, wo es im Winter nicht richtig hell wird und im Sommer nicht richtig dunkel, entsteht ein Langzeitzwischenlager für die Reaktorsektionen der ausgemusterten Schiffe.
Wenn der russische Präsident
Dmitri Medwedew und sein amerikanischer Amtskollege
Barack Obama am Donnerstag in Prag das Nachfolgeabkommen des Start-Vertrags unterzeichnen, ist zwar ein weiter wichtiger Schritt zur Abrüstung der Atomwaffenarsenale getan. Gleichzeitig wächst aber der Atommüllberg. Dann müssen nicht nur die abgerüsteten Sprengköpfe, sondern auch die Trägersysteme, also Raketen, Langstreckenbomber, Abschussrampen und weitere U-Boote entsorgt werden - die Kosten sind bislang kaum abschätzbar.
Ein stillgelegtes Atom-U-Boot liegt im Trockendock des Langzeitzwischenlagers nahe Murmansk
In Murmansk wird sichtbar, welch große Aufgabe den ehemaligen Atommächten noch bevorsteht. Als Moskau nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion rund 200 Atom-U-Boote ausmusterte, wurden die schwimmenden Reaktoren einfach in den Buchten der Kola-Halbinsel verankert und mithilfe von Pressluft und Schwimmdocks an der Wasseroberfläche gehalten. Doch die Bewegungen der Eisplatten und das Salzwasser setzten den Booten bald zu, radioaktives Material drohte zu entweichen.
Erst Jahre später schreckten Berichte über auslaufende Tanks mit radioaktiven Flüssigkeiten, in der Barentssee verklappte Brennstäbe und gesunkene Atom-U-Boote die weltweite Öffentlichkeit auf. 2002 verabschiedeten die G8-Staaten in Kanada schließlich ein 20-Mrd.-$- Programm gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien. Ein Großteil des Geldes kommt Russland zugute.
Teil 2: Das Misstrauen reiste mit
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Aus der FTD vom 07.04.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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