Die Skyline von Kapstadt vor der Kulisse des Tafelbergs
Es sind ein Paar Dutzend schwarzer Tycoons, die vom Ende des Apartheidsystems profitiert haben, die über die besten Verbindungen zur neuen politischen Spitze des Landes verfügten und den Ruf nach Umverteilung der wirtschaftlichen Ressourcen zugunsten der schwarzen Bevölkerungsmehrheit geschickt zum eigenen Vorteil zu nutzen wussten.
So protegierte die Regierung eine Gruppe von Oligarchen: Die Black Diamonds, so nennt man sie am Kap, rafften in kürzester Zeit sagenhafte Vermögen zusammen, wie die "Rand-Lords" in der Gründerzeit des Apartheid-Regimes.
Im Kampf gegen die Armut sind die neuen Herrscher dagegen kläglich gescheitert. Als Gastgeber der Fußball-WM hat Südafrika Milliarden für grandiose Stadien, moderne Straßen und Bahnlinien ausgegeben, um die Welt zu beeindrucken. Doch die Schere zwischen Reich und Arm klafft weiter auseinander als je zuvor.
16 Jahre nach dem Ende der Rassentrennung entscheidet indes nicht mehr vor allem die Hautfarbe über den Wohlstand. Vielmehr droht der Einkommensunterschied zwischen der neuen schwarzen Oberschicht und den armen Township-Bewohnern das Land zu zerreißen.