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Merken   Drucken   12.02.2010, 18:59 Schriftgröße: AAA

Agenda: Wie Peking den China-Boom bändigen will

Mit einem gigantischen Konjunkturpaket hat China die Krise abgefedert. Das Land erlebt einen ungebremsten Bauboom, die Wohnungspreise schrauben sich in irrationale Höhen - viele sehen bereits eine Blase. Doch die Regierung will nicht einschreiten. von Christiane Kühl, Schanghai
Cui Jin hat sich anstecken lassen. Überglücklich präsentiert die Frau ihre winzige Zweitwohnung, die sie zusammen mit ihrem Mann gekauft hat - als Anlageobjekt. Gezielt hat das Ehepaar nicht in der Schanghaier Innenstadt gesucht, sondern nahe dem Inlandsflughafen Hongqiao - in einer Gegend, die in wenigen Monaten an die U-Bahn angebunden sein wird, zurzeit aber noch deutlich günstiger ist als die Metropole selbst. Cui ist zuversichtlich: Das war eine gute Investition.
Ihre Wohnung gehört zu einem fünf Jahre alten Service-Apartment-Komplex, den vorwiegend Firmen für Mitarbeiter mieten, die ein paar Monate in der Stadt sind. Die Wohnungen werden gereinigt, die Wäsche der Mieter gewaschen.
Gerade erst hat Cui Jin den Schlüssel für das 29 Quadratmeter große Studio bekommen, für das sie 20.000 Yuan pro Quadratmeter zahlen musste - gut 2100 Euro. Die kleinen Apartments sind modern, praktikabel und durchdacht. Das Bett schwebt unter der Decke, die Wände sind knallrot, das Badezimmer verschwindet hinter Milchglas. Ein kleiner Traum. Nur einen Mieter hat Cui Jin noch nicht.
Viele Beobachter sehen auf dem chinesischen Immobilienmarkt bereits ...   Viele Beobachter sehen auf dem chinesischen Immobilienmarkt bereits eine Blase entstehen
"Wir haben 50 Prozent angezahlt, mit der Miete zahlen wir dann den Kredit ab", sagt Cui Jin. Später will die 27-jährige Controllerin sich vielleicht selbstständig machen und das Studio als Büro verwenden. Mit ihrem Mann und ihrer Mutter wohnt sie derzeit in einer Dreizimmerwohnung ganz in der Nähe, die die Familie vor eineinhalb Jahren gekauft hatte.

Teil 2: Wohnungspreise 50 Prozent höher als vor einem Jahr

  • Aus der FTD vom 13.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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