Clintons Besuch in Pakistan: Von einem Attentat begleitet
Peshawar hatte jahrelang als Basis des Mudschahedin-Krieges gegen die sowjetische Besatzungsmacht in Afghanistan gedient, der von den USA und Pakistan gefördert wurde. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand, der Verdacht fiel jedoch auf die Taliban. Die Regierung werde sich in ihrer Entschlossenheit im Kampf gegen die militanten Islamisten auch durch die neue Attacke nicht erschüttern lassen, betonte der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi.
Nach dem Tod der Uno-Mitarbeiter kündigte der Uno-Sondergesandte Kai Eide an, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Er sprach von einem "sehr dunklen Tag für die Uno in Afghanistan". Der Angriff sei nicht nur gegen die Vereinten Nationen, sondern gegen das afghanische Volk gerichtet gewesen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Vereinten Nationen seien neutraler Sachwalter der Interessen der gesamten Staatengemeinschaft. "Ein Anschlag auf die Vereinten Nationen ist somit ein Angriff auf uns alle.". Neben der Bundeskanzlerin verurteilte auch der neue Außenminister
Guido Westerwelle den schwersten Anschlag seit 2007, als bei einem Angriff auf einer Prozession zur Rückkehr von Ex-Ministerpräsidentin Benazir Bhutto etwa 140 Menschen starben.
Das US-Präsidialamt erklärte, der Anschlag in Peshawar zeige, welche Gefahr von den Extremisten ausgehe. Sie würden allerdings weder in Pakistan noch in Afghanistan ihre Ziele erreichen. "Die USA stehen Schulter an Schulter mit dem dem pakistanischen Volk in seinem Kampf für Frieden und Sicherheit", betonte auch Clinton. Sie war nach Islamabad gereist, um einen Neubeginn in den Beziehungen zu Pakistan einzuläuten. Sie wolle sich künftig stärker um die Bedürfnisse der Menschen auf der Straße kümmern, dazu zählten eine größere wirtschaftliche Unterstützung und der Aufbau demokratischer Institutionen, sagte Clinton.
Schon zuvor hatte die US-Regierung angekündigt, ihre Hilfen für das instabile Land auf rund 7 Mrd. $ über die nächsten fünf Jahre zu erhöhen. Im Gegenzug muss Pakistan gegen militante Gruppen vorgehen, die Kontrolle der zivilen Regierung über das Militär sicherstellen und bei der Abrüstung von Atomwaffen kooperieren. Die pakistanische Regierung gerät im Kampf gegen die Islamisten jedoch zunehmend unter Druck, die anti-amerikanische Stimmung im Land wächst. Seit die pakistanische Armee in Süd-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan eine Offensive gegen die Hochburgen der Taliban gestartet hat, ist das Land aus Furcht vor Vergeltungsschlägen im Alarmzustand.