Mit Blick auf die Aussetzung der Wehrpflicht plant die Bundeswehr eine große Werbekampagne für den Dienst in der Truppe. Das teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch im Verteidigungsausschuss mit, wie die Financial Times Deutschland (Donnerstagsausgabe) von Sitzungsteilnehmern erfuhr. Den Angaben des Ministeriums zufolge soll die Kampagne im März beginnen und bei den Zeitungen "Bild" und "Bild am Sonntag" sowie der Online-Ausgabe von "Bild" laufen. Zu den Kosten machte das Ministerium noch keine Angaben.
Der Werbefeldzug ist Teil der Bemühungen, beim Umbau der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee den Personalbedarf zu decken. In der Truppe gibt es die Sorge, dass es nach der Aussetzung der Wehrpflicht Probleme bei der Nachwuchsgewinnung geben könnte. Intern warnen die Militärplaner bereits davor, dass infolge des demografischen Wandels und der Konkurrenz um Fachkräfte die Einsatzbereitschaft der Truppe in Gefahr geraten könnte.
Überlegungen des Ministeriums, die Bundeswehr künftig für Ausländer zu öffnen, sind in der Koalition aber auf scharfe Kritik gestoßen. Von diesen Plänen ist Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) inzwischen abgerückt. Darüber hinaus will sein Haus künftig auch verstärkt um Geringqualifizierte werben, um den Bedarf bei den Mannschaftsdienstgraden zu decken. In der Debatte um die Wehrform hatten Gegner einer Berufsarmee vor einer Entwicklung der Bundeswehr zu einer Unterschichtenarmee gewarnt. Unter Verweis auf die Erfahrungen anderer Länder hieß es damals, ohne Wehrpflicht müsse die Truppe stärker auf Personal aus sozial schwachen Schichten und ohne andere berufliche Perspektive zurückgreifen.