Der Altbundespräsident kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Als Mitglied einer internationalen Expertengruppe soll sich der frühere IWF-Direktor mit der Reform des internationalen Währungssystems auseinandersetzen.
Fünf Monate nach dem Rücktritt als Bundespräsident hat Horst Köhler eine neue Aufgabe. Er ist Mitglied einer informellen Expertengruppe, die sich mit Konzepten für eine Reform des Weltwährungssystems befasst. Die Gruppe habe sich am vergangenen Wochenende im Umfeld der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Nähe von Washington erstmals getroffen, sagte der Leiter Köhlers Berliner Büro der Nachrichtenagentur dpa. Nach Auskunft von Köhlers Büro sind weitere Treffen geplant.
Bundespräsident Horst Köhler
Das Gremium ist Teil der französischen Pläne für eine Reform der internationalen Währungsordnung im Rahmen der G20. Frankreich übernimmt 2011 die Präsidentschaft in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer. Staatspräsident Nicolas Sarkozy will die Währungen zu einem Topthema seiner Präsidentschaft machen.
Köhler war geschäftsführender IWF-Direktor, bevor er 2004 ins höchst deutsche Staatsamt gewählt wurde. Auch sein Vorgänger beim IWF Michel Camdessus gehört der Gruppe an. Der frühere US-Notenbankchef und heutige Berater von US-Präsident Barack Obama, Paul Volcker, nimmt an den Beratungen teil.
Das Währungssystem wird derzeit von einem drohenden Abwertungswettlauf erschüttert. Viele Länder versuchen, ihre Währungen niedrig zu halten. Dazu zählt vor allem China, das den Forderungen nach einer Aufwertung des Yuan nur zögerlich nachkommt. Damit wird zwar die eigene Wettbewerbsfähigkeit geschützt. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Währungsstreitigkeiten in Handelskonflikte münden mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft.
Bei der IWF-Tagung am vergangenen Wochenende konnten die Probleme nicht gelöst werden. Die Streitigkeiten überschatten die Debatte über die Reform des weltweiten Finanzsystems innerhalb der G20. In zwei Wochen treffen sich die G20-Finanzminister und -Notenbankchefs in Südkorea, im November findet dann der Gipfel der Staatschefs statt. Nach "Zeit"-Informationen soll der Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Jens Weidmann, eine Arbeitsgruppe innerhalb der G20 leiten, die sich mit Wechselkursen, Devisenreserven und Kapitalverkehrskontrollen befassen soll.
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