Krieg in Libyen
Angriff des Westens gegen Gaddafi
Experten gehen davon aus, dass Libyen seine Barren in Tripolis aufbewahrt und nicht wie viele Zentralbanken, die ihre Reserven in Tresoren in London, New York oder Schweiz verwahren. Das Gold könnte aber bereits zu anderen Orten weitertransportiert worden sein. In Frage kämen etwa sie südliche Stadt Sebha. Sie gilt als sehr loyal gegenüber Gaddafi und ist nahe zu Tschad und Niger gelegen.
Die Grenzen zu diesen beiden Ländern sind schwer zu kontrollieren, so dass Gaddafi sein Gold auf diesem Weg außer Landes schaffen könnte. Sobald das Edelmetall dort ist, könnte es gegen Geld getauscht werden. Dieses würde dann zur Libyschen Auslandsbank transferiert - die zu Gaddafis Zentralbank gehört.
Wie leicht gestürzten Despoten die Flucht mit Goldbarren gelingt, zeigt ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Leila Trabelsi, die Frau von Tunesiens Ex-Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali, machte sich nach dem Umsturz mit Beständen der Zentralbank aus dem Staub. Sie nahm 1,5 Tonnen mit.
Die internationale Gemeinschaft will Gaddafi auch künftig vor allem mit einer Reihe Sanktionen finanziell treffen. Sie umfassen vor allem das Einfrieren seiner Konten, um ihn dadurch von seinen Finanzströmen abzuschneiden.
Erst am Montag hatte die EU die Sanktionen gegen Libyen ausgeweitet. Die Außenminister der 27 EU-Staaten beschlossen in Brüssel, neun Firmen - darunter drei führende Geschäftsbanken - auf eine Liste von Unternehmen zu setzen, deren Konten in der EU eingefroren werden.
Deutschland hofft zudem darauf, dass die EU noch in dieser Woche ein vollständiges Ölembargo gegen Libyen beschließt. "Es besteht Handlungsbedarf über die beschlossenen Sanktionen hinaus", sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Spätestens beim EU-Gipfel an diesem Donnerstag, möglichst aber noch vorher, solle ein solches Handelsstopp beschlossen werden.