Die Lage ist dramatisch: Den Hilfsorganisationen fehlen mehr als 250 Mio. Dollar. Hinzu kommt die andauernde Bedrohung durch die al-Shabaab-Miliz. Denn für die Kämpfer ist es nach eigener Aussage besser zu hungern, als vom Westen Hilfe anzunehmen.
Die in den ostafrikanischen Hungersnot-Gebieten aktive islamistische al-Shabaab-Miliz weitet nach einem UN-Bericht ihren Einflussbereich über Somalia hinaus aus. Im benachbarten Kenia habe die Miliz Netzwerke zur Anwerbung neuer Mitglieder, zum Einsammeln von Geldern und zum Training aufgebaut, geht aus hervor, Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, der ein bisher unveröffentlichter Bericht vorliegt.
Bei einer Offensive zum Schutz der Hilfsaktion für die Hungernde in Mogadischu am Donnerstag sechs Menschen von Soldaten der Afrikanischen Union (AU) getötet worden, die offenbar der Miliz angehören. Mindestens 20 weitere seien dabei verletzt worden, teilte der Leiter des Rettungsdienstes in der somalischen Hauptstadt mit.
Hunger am Horn von Afrika
Dürre wird immer dramatischer
Kämpfer der al-Shabaab-Miliz töteten bereits Männer, die mit ihren hungernden Familien Zuflucht in Flüchtlingslagern suchen wollten. Die Milizen begründeten ihre Tat damit, dass es besser sei zu verhungern, als Hilfe vom Westen anzunehmen.
Die Soldaten der AU versuchten, Kämpfer der islamistischen al-Shabaab-Milizen aus der Nähe der Flüchtlingslager zu vertreiben, sagte ein Sprecher der Friedenstruppe. Die Sicherheitskräfte hätten eine "kurze, taktische, offensive Operation" gestartet, sagte Oberstleutnant Paddy Ankunda. Die Aktion solle die Sicherheit erhöhen und gewährleisten, dass Hilfsorganisationen die Hungernden weiterhin versorgen könnten. Die Angriffe der Extremisten gäben Anlass zur Sorge, sagte Ankunda. Dass al Shabaab den Hilfsorganisationen in der vergangenen Woche die Erlaubnis entzogen habe, in Gebieten unter Kontrolle der Miliz aktiv zu sein, habe Hunderttausenden Somaliern den Zugang zu Nahrungsmittelhilfe versperrt, sagte der Oberstleutnant.
Am Mittwoch war ein Flugzeug mit zehn Tonnen Hilfsgütern in Mogadischu gelandet. Die Luftbrücke soll in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Das Welternährungsprogramm gab am Donnerstag bekannt, für die Hilfsaktion in Somalia fehlten noch 252 Mio. Dollar. Die Uno-Organisation fühle sich aber ermutigt von den jüngsten Zusagen von Geberländern, die den fehlenden Betrag in Aussicht gestellt hätten.
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