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Merken   Drucken   19.11.2009, 19:13 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Thomas Fricke - Warum die Finanzbranche schrumpfen muss  

Solange Banken noch Geld haben, um Millionenboni zu zahlen, ist die nächste große Wirtschaftskrise nicht weit. Dabei könnte die Welt auf ein Gros der aufgeblähten Finanzgeschäfte gut verzichten. von Thomas Fricke 
Haben Sie sich auch schon gefragt, warum Sie von Ihrem Chef noch nie einen Millionenbonus bekommen haben (Beschäftigte des Finanzsektors überspringen diese Frage)? Obwohl Sie fleißig, hochbegabt und folgsam sind? Wahrscheinlich nicht. Die Antwort liegt ja nahe. Die meisten Arbeitgeber hätten bei größter Barmherzigkeit gar nicht so viel Geld, jedenfalls nicht für alle. Die Frage ist eher, warum Banken so viel Geld übrig hatten und wieder haben. Und ob das gut ist.
Die Antwort trifft womöglich den Kern der Krise. Und an ihr ließe sich auch messen, ob schon genug getan wird, um das nächste Desaster zu verhindern. Der Verdacht drängt sich zunehmend auf, dass ein Gutteil der atemberaubend gewachsenen Finanzgeschäfte für den Rest der Welt selbst in Normalzeiten ohne großen Nutzen ist. Und dass die nächste Krise nicht weit ist, wenn die Banken nicht wieder auf normaleres Maß schrumpfen. Geld und kluge Köpfe werden anderswo dringender gebraucht.
Inzucht im Kreditgeschäft
Seit 1970 hat sich der Anteil des Finanzsektors an der nominellen Wertschöpfung der US-Wirtschaft von vier auf acht Prozent verdoppelt, ebenso wie der Anteil der Gehälter - bei, Achtung, fast unverändertem Anteil Beschäftigter, wie Ökonomen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft herausfanden (siehe Grafik)*. Ein Wunder. Können Bankangestellte wirklich derart dramatisch an Produktivität gewonnen haben?

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  • Aus der FTD vom 20.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 11.05.2010 02:29:33 Uhr   Franziskus: Moral zurück auf NN!

    Der Weltwirtschaft, der Finanzbranchen, der Politik sowieso, aber auch den meisten durchschnittlichen Unternehmern ist in den letzten 10-20.Jahren unter dem Primat des verrohten Machterhaltungsprosa unserer Parteien nicht nur meist der gottgegebene gesunde Menschenverstand grob abhanden gekommen, sondern auch die Fähigkeit sich an den absoluten gesellschaftlichen "Normalnull (NN)"-Marken auszurichten und sich ggf. manchmal auch entsprechend zurückzujustieren (im Volksmund früher auch schon mal „noch Bodenhaftung haben“ genannt)!

    Wenn heute eine Kanzlerin ca. 250-300.000 EUR verdient und der US-Präsident ca. 350-400.000 US$, dann ist für mich ganz wertungs- und neidfrei dort nach der menschlichen Vernunft auch bei 75% davon das Ende der Begerlichkeits-Fahnenstange für unsere Eliten und ihre Managergehältern samt den Boni und allem Zuschlagsfirlefanz!

    Und eine normale Steuer darauf, ohne damit nach Lichtenstein oder in die Karibik selbstredend zu verduften, sollte auch zum gesellschaftlichen Selbstverständnis der Führungskräfte mit "grande cochones" und einem Stück gemeinschaftlichen Verantwortung dazu gehören!

    Die fast jährlich durch offene und politisch stets geduldete Marktmanipulation der Kartelle sich verdoppelnde Preise für Grundnahrungsmittel, Energie und weitere Grundbedarfe reflektiert an den dauernd verkürzten Löhnen, Zeitverträgen und Arbeitsbedinungen will man schon gar nicht mehr erwähnen, allerdings wurde dies durch die vor lauten Selbstliebe darüber schwebenden Eliten über viele Jahre gar nicht mehr wahrgenommen oder anderenfalls mit nun angeblich wieder salonfähig gewordenem Darwinismus still für sich begründet!

    Ob dann in unserer Gesellschaft eine noch bis Null saktionierbare leistungsabhängige Hungerpauschale von 350 EUR für die über den Tellerrand gefallenen (und bei den seit dem Euro reell verdoppelten Lebenshaltungskosten) zum Sozialverständnis einer christlichen Gesellschaft und der von Parteien mit dem stets vor Wahlen besonders betontem christlichen "C" und sozialem "S" im Jahre 2010 dazugehört, möge jeder anstatt plakativ an der weihnachtlichen Misereor-Büchse auch schon mal für sich im Stillen zwischendurch selbst beantworten und event. entsprechen handeln!

  • 10.12.2009 20:30:23 Uhr   Cangrande: Berichtigung
  • 09.12.2009 22:29:50 Uhr   Cangrande: Verdammt nah dran!
  • 20.11.2009 14:28:24 Uhr   Jagerkini: Warum die Finanzbranche...
  • 20.11.2009 11:40:09 Uhr   Thomas Müller: Besser hätt ich es selbst nicht sagen könne...
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