Das Niveau dieses Artikels und der abschätzige Unterton, in dem er geschrieben ist, sagen viel mehr über die Gesinnung des Verfasses aus als den Gegenstand Rußland, über den er handelt.
"Es wirkte daher etwas putzig, wie sich die Berater des blassen Bürokraten Medwedew vor dessen Rede an die Nation am Donnerstag bemühten, den Kremlchef zu einer Art russischem Obama aufzubauen."
Einschätzungen wie "blasser Bürokrat" sind Meinungen und keine objektiven Fakten. Darüber hinaus sind sie beleidigend bis diffamierend gemeint.
"Die nationale Aufbruchstimmung, die der Staatschef verbreiten will, steht auch in einem krassen Gegensatz zur realen Situation in Russland."
Gilt denn nicht mehr die Bedingung, daß derjenige, der über ein Land berichtet, sich eine gewisse Zeit dort aufgehalten haben muß oder wenigstens tiefere Kenntnisse darüber haben sollte? In Rußland herrscht sehr wohl Aufbruchstimmung, unbeschadet der gegenwärtigen Wirtschaftskrise.
"Sicher, es ist keine russische Eigenheit, dass Worte und Wahrheit in der Politik häufig völlig verschiedene Dinge sind."
Absolut nicht. Artikel wie diese belegen das.
"Im Fall Russlands ist die Diskrepanz zwischen der von Medwedew vorgegebenen Dynamik und demokratischen Transparenz einerseits und der Realität andererseits aber besonders grotesk. "
Wie sollte das auch anders sein. Bei der einmal vorgefaßten Meinung des Autors über Rußland einfach zwangsläufig.
"Der Präsident selbst hat in seiner Rede in bemerkenswerter Schonungslosigkeit festgestellt, wie es um die ökonomische Dynamik des Landes bestellt ist. "
"Auch hier macht der Möchtegern-Obama Medwedew ein haltloses Versprechen, wenn er den Bürgern mehr Transparenz verheißt."
Es sollte selbst für einen voreingenommenen Betrachter erkennbar sein, daß das zwei einander diametral gegenüberstehende Aussagen sind.
"Umso hohler klingt es, wenn der Kremlchef in der gleichen Rede ankündigt, Russland wieder zur Großmacht zu machen, mithilfe moderner Technologien und Innovationen die Wirtschaft umzukrempeln und endlich die Korruption zu bekämpfen - ohne auch nur annähernd zu sagen, wie dies angesichts der prekären Ausgangslage möglich sein soll."
Warum meint der Verfasser, ein "Yes we can!" von Obama ist da vertrauenswürdiger? Weil das die große starke und mächtige USA ist? Prekäre Ausgangslage: Das Maß der Staatsverschuldung sowie der Verschuldung von Unternehmen und privaten Haushalten der USA sind um ein Vielfaches höher als in Rußland, und die Krise ist noch lange nicht durch. Obama fällt bis jetzt nicht mehr ein als noch mehr Gelddrucken (=Kauf der selbstemittierten Staatsanleihen durch die FED). In Rußland bis jetzt undenkbar, die gehen mit richtigen gedeckten Scheinen um.
"Wohin auch immer sich Russland derzeit bewegt - vorwärts geht es nicht."
Will sagen: Rußland kann tun und lassen, was es will, das böse Reich des Putin (Medwedjew) bleibt es allemal.