Nach Revolution:Erster westlicher Konzern fördert wieder Öl in Libyen
Kein afrikanisches Land verfügt über so viel Erdöl wie Libyen. Durch die Unruhen um den Sturz des Machthabers Gaddafi kam die Förderung zum Erliegen - nun fährt der italienische Konzern ENI die Produktion wieder hoch.
Der italienische Erdöl- und Energiekonzern ENI hat die Ölproduktion in libyschen Anlagen wieder aufgenommen. In 15 Anlagen werde wieder Öl gefördert, teilte der Konzern am Montag in Rom mit. Im Ölfeld Abu-Attifel, rund 300 Kilometer südlich der ehemaligen Rebellenhochburg Bengasi, würden täglich rund 31.900 Barrel (rund 5,07 Millionen Liter) Öl produziert. Auch in anderen Anlagen werde die Ölproduktion bald wieder aufgenommen, um die "notwendigen Mengen zur Füllung der Pipeline" zwischen Abu-Attifel und dem Hafen von Suetina zu erzielen.
Für den Betrieb sei die Firma Mellitah Oil & Gas verantwortlich, eine Zusammenarbeit zwischen ENI und der staatlichen National Oil Corp. in Libyen, hieß es.
Die Ankündigung über die wieder aufgenommene Ölproduktion in Libyen war die erste dieser Art seit dem Bürgerkrieg in dem Land. Die Unruhen hatten zur Beeinträchtigung der dortigen Ölproduktion- und exporte geführt. Libyen verfügt über die größten bekannten Erdölvorkommen Afrikas. Im vergangenen Jahr nahm das Land durch Öl- und Gasexporte 40 Mrd. Dollar ein. Nach Angaben von Experten könnte es rund ein Jahr dauern, bis die Ölproduktion wieder 1,6 Millionen Barrel täglich beträgt. So viel Öl war in Libyen vor Ausbruch des Bürgerkriegs gefördert worden.
Unterdessen griffen Nato-Kampfflugzeuge am Montag mehrere Ziele in Sirte an, der Heimatstadt des früheren libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi. Die Revolutionsstreitkräfte verstärkten den Belagerungsring um die Stadt am Mittelmeer. Bislang sind ihre Versuche, die Stadt einzunehmen, gescheitert.
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