"Mehrseitige oder sogar weltweite Wechselkursvereinbarungen sind nötig, um zu globaler Stabilität zurückzufinden", schreiben die Unctad-Volkswirte in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Neben der laxen Regulierung des Finanzsektors sei das Fehlen fester Regeln zum Gegensteuern bei Währungsschwankungen verantwortlich für die derzeitige Krise rund um den Globus.
Damit knüpft die Unctad an eine Forderung des britischen Premiers Gordon Brown, von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und Jean-Claude Trichet, dem Chef der Europäischen Zentralbank, an. Sie plädierten für ein neues "Bretton Woods", damit Finanzkrisen gar nicht erst entstehen, zumindest aber glimpflicher ablaufen als die aktuelle. Seit vergangenem Oktober hat die Troika ihre Forderung allerdings nicht wiederholt.
Im Abkommen von Bretton Woods aus dem Jahr 1944 verpflichteten sich 29 Länder unter anderem, ihre Währungen zu einem festen Kurs an den Dollar zu binden. Wichen die Kurse am Markt zu stark von den Vorgaben ab, mussten die Staaten mit Devisenkäufen oder -verkäufen intervenieren. Das System brach 1973 zusammen, weil die USA seit Mitte der 60er-Jahre den Vietnamkrieg zunehmend mit der Notenpresse finanziert hatten. Der Dollar geriet unter Abwertungsdruck, was die anderen Staaten wegen ihrer Interventionspflicht in die Bredouille brachte. Seitdem dominieren weltweit freie Wechselkurse. Der Unctad-Studie zufolge haben freie Kurse "ungezügelte Spekulationen" ermöglicht. Seit Sommer 2007 hat zum Beispiel der japanische Yen gegen die isländische Krone um 60 Prozent aufgewertet. Eine Aufwertung verteuert Ausfuhren und drückt die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen.