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Merken   Drucken   30.05.2011, 08:43 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Europa sitzt in der Griechen-Falle

Die Lage ist "ernst", die Zeit drängt: Weil die Märkte den Griechen zu vertretbaren Konditionen kein Geld mehr leihen, suchen Brüssel und der IWF nach Möglichkeiten, einen Zahlungsausfall Athen zu vermeiden. Mittel sollen auf jeden Fall fließen.
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Die Lage ist "ernst", die Zeit drängt: Weil die Märkte den Griechen zu vertretbaren Konditionen kein Geld mehr leihen, suchen Brüssel und der IWF nach Möglichkeiten, einen Zahlungsausfall Athen zu vermeiden. Mittel sollen auf jeden Fall fließen. von Peter Ehrlich  Brüssel und Wolfgang Proissl  Frankfurt
Die Euro-Zone sucht zunehmend verzweifelt nach einem Weg, eine Pleite Griechenlands ebenso zu vermeiden wie eine Umstrukturierung der Schulden. "Die Lage ist ernst", räumte EU-Währungskommissar Olli Rehn im "Spiegel" ein. Die Bemühungen konzentrieren sich nun auf ein erneuertes mehrjähriges Hilfsprogramm, für das die Griechen weitreichende Zugeständnisse machen müssten. Der Regierung in Athen gelang es allerdings nicht, sich dafür die Unterstützung der Opposition zu sichern. Das hatten EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) verlangt. Eine Lösung muss innerhalb der nächsten drei Wochen gefunden werden, damit die EU-Finanzminister und dann der EU-Gipfel entscheiden können, bevor die nächsten Hilfskredite ausgezahlt werden können.
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Griechenland benötigt im Juli über 12 Mrd. Euro zur Rückzahlung auslaufender Anleihen und zur Finanzierung des laufenden Haushalts. Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und vom IWF haben für die nächste Hilfszahlung aber bisher kein grünes Licht gegeben. Zum einen muss das Land weitere Sparmaßnahmen verbindlich beschließen, um seine Verpflichtungen gegenüber den Geldgebern zu erfüllen. Zum anderen kann Griechenland wegen der hohen Zinssätze am Markt auch 2012 keine mittel- und langfristigen Anleihen auflegen. Weil deshalb die Finanzierung des Landes nicht für die nächsten zwölf Monate gesichert ist, verweigert der IWF derzeit die Zustimmung und verlangt zusätzliche Finanzzusagen der Europäer.
Fest steht offenbar, dass Griechenland das nötige EU-Geld auf jeden Fall bekommen soll, weil sonst eine ungeordnete Staatspleite droht. Nachdem EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy erklärt hatte, man müsse alles tun, um Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, hieß es auch aus dem Berliner Kanzleramt, man werde das Land nicht fallen lassen.
Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte zusätzliche Hilfszahlungen, die 2012 nötig werden könnten, mit einer sanften Umschuldung etwa in Form der Verlängerung von Laufzeiten griechischer Anleihen verbinden wollen. Dagegen läuft aber die EZB seit zwei Wochen Sturm, weil sie einen Kollaps der griechischen Banken und des Anleihemarkts fürchtet. Inzwischen geht man in der EZB davon aus, dass die Umschuldungspläne nicht mehr weiterverfolgt werden.

Teil 2: "Griechenland fundamental verändern"

  • Aus der FTD vom 30.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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