Die US-Regierung will im großen Stil Fleisch und Fisch aufkaufen, um Viehzüchter zu unterstützen, die von der Rekorddürre im Mittleren Westen betroffen sind. Vor einem Besuch von US-Präsident Barack Obama in Iowa verkündete das Agrarministerium am Montag, dafür würden 170 Mio. Dollar eingesetzt.
Ziel sei es, die Marktpreise zu stabilisieren. Aufgrund der steigenden Preise für Futtermittel nach massiven Ernteausfällen der Soja- und Maisbauern sehen sich viele Züchter gezwungen, ihre Tiere früher als geplant zu schlachten. Das führt zu Überangebot und sinkenden Preisen. Die aufgekauften Agrarprodukte sollen Nahrungsmittelprogrammen für arme US-Bürger zugutekommen. Die Regierung forderte auch das Verteidigungsministerium auf, mehr Vorräte für die Versorgung der Truppen einzukaufen und das Fleisch einzufrieren.
Obama nutzt die Aktion als Werbung im Wahlkampf - Iowa ist ein umworbener Staat. Angesichts der extremen Krise sind diese Maßnahmen jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Hoffnung der Farmer richtet sich deshalb eher auf einen neuen Fünf-Jahres-Plan für die Landwirtschaft, das milliardenschwere Farmgesetz. Das aber hat es vor der Sommerpause nicht mehr durch den parteipolitisch blockierten Kongress geschafft. Dies lastete Obama nun dem neuen republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten, dem Kongressabgeordneten Paul Ryan an. Er sei "einer von denen, die im Weg stehen", sagte Obama in der Stadt Council Bluffs in Iowa.
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Die Fleischproduzenten in den USA leiden unter den Folgen der schwersten Dürre seit mehr als 50 Jahren. Sie hat nicht nur das Futtergetreide vernichtet, sondern auch das Heu. Anders als die Getreidebauern verfügen die Fleischproduzenten zudem nicht über ein staatlich gestütztes Versicherungssystem, mit dem sie Ausfälle ausgleichen können.
Die US-Fleischproduzenten stehen nun vor der Wahl, ob sie teures Futtergetreide einkaufen und die Kosten bei der nächsten Schlachtung an die Verbraucher abwälzen. "Diejenigen, die die kommenden Monate überstehen, werden ein extrem gutes Geschäft machen können", sagte Chris Hurt, Agrarökonom an der Purdue-Universität. Denn die meisten Produzenten wählen derzeit die Alternative der Schlachtung, um nicht füttern zu müssen. Dies führt dazu, dass die Fleischpreise derzeit deutlich fallen, weil ein Überangebot auf dem Markt ist. Inzwischen ist der US-Viehbestand auf dem niedrigsten Stand seit 1952 angelangt.
Dies sollte jedoch im kommenden Jahr zu einem deutlichen Preisanstieg führen. Ein Sprecher des Agrarunternehmens Cargill sagte: "Auf kurze Sicht ist die Versorgung mit Fleisch sehr gut. Aber spätestens 2013 wird vor allem das Rindfleischangebot deutlich zurückgehen." Nach Schätzungen des Agrarministeriums dürften die Preise für Milch und Fleisch im nächsten Jahr um fünf Prozent anziehen.