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Merken   Drucken   28.07.2011, 22:05 Schriftgröße: AAA

+++ US-Schulden-Countdown +++: Republikaner und Demokraten zeigen sich unversöhnlich

US-Schulden-Countdown - Noch 5 Tage, dann droht den USA die Zahlungsunfähigkeit. Hier die jüngsten Entwicklungen in Washington und die weltweiten Reaktionen. Zuletzt: Im US-Finanzdrama umklammern sich die Gegner.
28. Juli, 22:09 Uhr Im Kongress zeigten sich Republikaner und Demokraten weiterhin unversöhnlich und bekräftigten ihren Willen, eigene Gesetzentwürfe durchs Parlament bringen zu wollen. Versuche, einen gemeinsamen Ansatz zur notwendigen Erhöhung des Schuldenlimits zu finden, wurden aufgegeben.
Dennoch zeigte sich das Weiße Haus zuversichtlich, dass es noch in letzter Minute einen Deal geben werde. "Wir bleiben weiter optimistisch, dass der Kongress zur Vernunft kommt, dass kühlere Köpfe die Oberhand gewinnen und dass sich ein Kompromiss durchsetzen wird", sagte ein Regierungssprecher.
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22:05 Uhr Die Furcht der Anleger vor einer Zahlungsunfähigkeit der USA hat der Wall Street am Donnerstag erneut Verluste zugefügt. Der Dow Jones  ging 0,5 Prozent schwächer bei 12.240 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500  sank um 0,3 Prozent auf 1300 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite  schloss nahezu unverändert bei 2766 Stellen.
21:35 Uhr Die Furcht vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa hat den US-Staatsanleihen zu Gewinnen verholfen. Die rasant steigenden Zinsen für italienische Anleihen bei einer Emission beunruhigten die Anleger, die deshalb die Sicherheit der US-Papiere suchten. Diese Fluchtbewegung überlagere die im Hintergrund weiter schwelende Sorge über den Schuldenstreit in den USA, hieß es unter Analysten. Die zehnjährige Anleihe kletterte um 8/32 auf 101-14/32, dabei sank ihre Rendite auf 2,95 Prozent. Das dreißigjährige Papier legte 16/32 auf 101-30/32 zu und rentierte mit 4,26 Prozent.
19:45 Uhr Laut John Chambers, dem Geschäftsführer von Standard & Poor's, wird der Dollar trotz der Unsicherheit über den Ausgang der US-Schuldenkrise auf nicht absehbare Zeit Leitwährung bleiben. Chambers legt den Verantwortlichen nahe, das Haushaltsdefizit um mindestens 4000 Mrd. Dollar zu senken. Das sei eine "sinnvolle Anzahlung" zur Bewältigung der Schuldenkrise. Die US-Schuldendebatte stuft der S&P-Konzernchef als "zerstörerisch" für das Land ein.
US-Präsident Obama hat nur noch wenige Tage um den Zahlungsausfall ...   US-Präsident Obama hat nur noch wenige Tage um den Zahlungsausfall abzuwenden
15.56 Uhr Die prominentesten US-Banker, darunter Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein und Jamie Dimon, Chef von JP Morgan Chase, haben einen Brandbrief an Präsident Barack Obama und den Kongress geschrieben: "Die Folgen eines Nichthandelns - für unsere Wirtschaft, den bereits schwachen Arbeitsmarkt, die Finanzierungsbedingungen für amerikanische Unternehmen und Familien und für Amerikas weltweite wirtschaftliche Führungsrolle - wären sehr gravierend", zitiert die Agentur Bloomberg aus dem Brief. Offizieller Absender ist das Financial Sevices Forum, eine Washingtoner Lobbyorganisation der US-Großbanken.
"Wenn wir unseren nationalen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkämen oder Amerikas Bonität herabgestuft würde, würde das einen erheblichen Schlag für die Wirtschaft und das Anlegervertrauen bedeuten - steigende Zinsen für jeden, der Geld leiht, ein unterminierter Wert des Dollar, sich eintrübende Aktien- und Anleihemärkte - und dadurch zu einer dramatischen Verschlechterung unserer bereits schwierigen wirtschaftlichen Lage führen", heißt es in dem Brief weiter.
Neben Blankfein und Dimon unterschrieben den Brief auch Brian Moynihan (Bank of America), Vikram Pandit (Citigroup), James Gorman (Morgan Stanley), Richard Davis (US Bancorp), Robert Kelly (Bank of New York Mellon) und John Stumpf (Wells Fargo).

"Die Ära "absolut sicherer" US-Staatsanleihen geht zu Ende"

  • FTD.de, 28.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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