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Welches Land wie stark gegen den Klimawandel vorgeht
Was China am meisten fürchtet, sind Eingriffe in seine Souveränität. Zwar verspricht das Land, seinen CO2-Ausstoß pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts bis 2020 um 40 bis 45 Prozent gegenüber 2005 zu senken. Aber echte internationale Kontrolle akzeptieren die Chinesen ebenso wenig wie die Inder. Und auch die USA tun sich mit internationalen Vereinbarungen, die die nationale Entscheidungsfreiheit beeinträchtigen könnten, traditionell schwer. Kein Wunder also, dass China, die USA und Indien, die CO2-Emittenten Nummer eins, zwei und vier, das Ergebnis von Kopenhagen im Gegensatz zum Rest der Welt begrüßt haben.
Obama allerdings wird jetzt von zwei Seiten kritisiert. Konservative meinen, er habe China nachgegeben und finanziere letztlich die wirtschaftliche Modernisierung des Hauptkonkurrenten der USA. Umweltschutzorganisationen dagegen sind enttäuscht von dem Mann, der einen grundlegenden Wandel der Wirtschaftsweise in den USA versprochen hatte. Mit seiner Wertung von einem "bedeutenden und nie da gewesenen Durchbruch" stand Obama am Wochenende ziemlich allein da.
Chinas Macht dagegen wächst weiter. Gegen den größten CO2-Verschmutzer lässt sich keine Klimapolitik machen. Den Titel Exportweltmeister wird China in diesem oder im nächsten Jahr den Deutschen abnehmen. Zwar wird China noch viele Jahre brauchen, um die USA als größte Wirtschaftsnation abzulösen, aber zugleich ist der amerikanische Staat bei den Chinesen hoch verschuldet. Ohne China läuft schon heute nichts mehr.