Im Dezember vergangenen Jahres hatte ein Reporter im Irak Schlagzeilen gemacht, nachdem er während einer Pressekonferenz seine Schuhe nach dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush geworfen hatte. Der Angreifer war ursprünglich zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafe für den Journalisten, der Bush auch als "Hund" beschimpft hatte, war später wegen guter Führung reduziert worden. Er war Mitte September frei gekommen. Sein Beispiel hat inzwischen auf vielen Demonstrationen Schule gemacht das Bewerfen mit einem Schuh gilt in islamischen Ländern als schwere Beleidigung.
Die traditionelle Herbsttagung des IWF und der Schwesterorganisation Weltbank findet in diesem Jahr in der türkischen Millionenmetropole statt. Sie beginnt am Samstag offiziell mit einem Treffen der Finanzminister der sieben größten Industrienationen (G7). Der Währungsfonds steht in der Türkei derzeit in der Kritik, weil sich die Verhandlungen über einen Milliardenkredit für das Schwellenland in die Länge ziehen.
Unter den protestierenden Studenten befanden sich nach Agenturberichten indes vor allem linksorientierte Aktivisten. Sie nutzten die Demonstration vor der Universität, um auch gegen die herrschende AK-Partei von Premier Recep Tayyip Erdogan zu protestieren und warfen ihr vor, "Kollaborateure" des IWF zu sein.