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10.03.2011, 14:01
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Alarmstimmung in Peking:
Chinas Zentralbank soll keine US-Bonds mehr kaufen
Als Mitglied der Euro-Zone wären die USA längst Pleite - oder die Partner hätten sie retten müssen, meint ein prominenter Berater der chinesischen Notenbank. Das würde Washington noch härter treffen als der Abschied des Bondinvestors Pimco von den Papieren.
von Kai Makus, Hamburg
Ein früherer wichtiger Berater der chinesischen Zentralbank PBOC hat die Führung in Peking dazu aufgerufen, der Kauf von US-Staatsanleihen einzustellen. Einem Land weiter Geld zu leihen, das möglicherweise vor einer Staatspleite stehe, verursache zu hohe Kosten, warnte Yu Yongding. "China hat den USA weiter Geld geliehen, um seine Exportmaschine am Laufen zu halten und Verluste zu vermeiden", schreibt der Experte in einer E-Mail.
"Vielleicht ist es zu spät, etwas aus den aufgebauten Beständen zu machen, ohne schwerwiegende politische und finanzielle Rückschläge hinnehmen zu müssen. Aber wenigstens sollte China aufhören, weitere Positionen aufzubauen." Wären die Vereinigten Staaten Mitglied der Euro-Zone, läge eine Staatspleite oder eine Rettung durch die Partner längst hinter dem Land, ist der Wirtschaftswissensftler überzeugt.
Sollte die kommunistische Führung in Peking tatsächlich keine US-Staatsanleihen mehr erwerben, kämen erhebliche Probleme auf Washington zu. Dass der weltgrößten Bondanleger Pimco unter seinem Topmanager
Bill Gross zuletzt sämtliche Washingtoner Staatspapiere aus dem Portfolio geworfen hat, dürfte dagegen lediglich ein kleiner Tritt vors Schienbein sein. Denn die Volksrepublik ist - nach der eigenen Notenbank Fed - der zweitgrößte Besitzer von US-Bonds.
Aus den jüngsten Daten der US-Zentralbank geht hervor, dass sich die Bestände der Chinesen an Treasuries auf 1160 Mrd. Dollar summieren. Damit ist die Volksrepublik der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten überhaupt. Inzwischen korrigierte vorläufige Daten hatten kurzzeitig vermuten lassen, dass die Fed an erster Stelle liegt - dank des Aufkaufs von Staatsanleihen, mit dem Notenbankpräsident
Ben Bernanke im Rahmen seines Quantative Easing 2 (QE2) genannten Programms die Konjunktur ankurbelt. Doch nach einer Erweiterung der Berechnungsgrundlage liegen die Chinesen klar vorn.
Yu Yongding will, dass die Chinesen keine US-Staatsanleihen mehr zukaufen
QE2 sorgt aber auch für Sorgen weltweit - denn de facto bedeutet das Programm, dass Washington Dollar-Noten druckt, um das eigene Staatsdefizit zu finanzieren. Bislang hat Bernanke allen Rufen widerstanden, angesichts anziehender Teuerungsraten das Programm zu verkleinern oder abzukürzen. Spätestens seit der Ankündigung einer Leitzinserhöhung in der Euro-Zone durch den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB),
Jean-Claude Trichet , für den kommenden Monat gibt es nach Einschätzung von Beobachtern aber keinen Grund mehr für die Fed, das Programm auszuweiten oder fortzuführen.
China häuft seit Jahren US-Staatsanleihen an. So legt das Land seine durch einen weltweit einzigartigen Außenhandelsüberschuss enorm angeschwollenen Devisenreserven an. Die Rücklagen summieren sich inzwischen auf 2800 Mrd. Dollar. Angesichts eines Leitzinses von 0 bis 0,25 Prozent in den USA werfen die Papiere allerdings kaum etwas ab. Pimco-Manager Gross hatte seine Trennung von US-Treasuries damit begründet, dass die Renditen derzeit zu niedrig seien, um noch für Käufer attraktiv zu sein.
Teil 2: "Überaus" besorgt
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FTD.de, 10.03.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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