Bundespräsident, Kanzlerin, Außen- und Wirtschaftsminister: Obwohl formell nur der stellvertretende Ministerpräsident Chinas, Li Keqiang, zu Besuch ist, steht für den Gast in den kommenden Tagen die gesamte deutsche Staatsspitze und Wirtschaftselite parat. Die große Aufmerksamkeit für den Vize beruht einerseits darauf, dass Li als Favorit für die Nachfolge des derzeitigen Regierungschefs Wen Jiabao gilt. Andererseits spiegelt sich darin die Bedeutung wider, die Politiker und Unternehmensvertreter Chinas Wirtschaftskraft beimessen. Die Wirtschafts- und Finanzpolitik gehört zu Lis Zuständigkeiten.
Bei seinen Gesprächen in Deutschland wird Li Lob zu hören bekommen für die bisherigen Reformen. "Seit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation hat sich viel getan in China", sagt etwa der Koordinator des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Friedolin Strack. Zufrieden sind die deutschen Unternehmen allerdings noch nicht. Trotz der Reformen fühlen sie sich in vielen Punkten von China immer noch unfair behandelt.