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Merken   Drucken   27.07.2011, 20:50 Schriftgröße: AAA

Risikoabsicherung: Alan Greenspan - Der Fluch der vielen Sicherheitspuffer

Kommentar Seit Ausbruch der Finanzkrise sind wir besessen davon, Risiken zu minimieren. Doch die immer neuen Absicherungen schmälern auf Dauer unseren Wohlstand, weil viel Geld und Ressourcen ungenutzt bleiben. von Alan Greenspan
Seit dem verheerenden Erdbeben in Japan und dem globalen Finanztsunami stehen Regierungen unter Druck, ihr Volk gegen praktisch alle Risiken abzusichern, die diese ausgesprochen unwahrscheinlichen Ereignisse ausgelöst haben.
Nach dem Platzen der Internetblase senkte Fed-Chef Alan Greenspan ...   Nach dem Platzen der Internetblase senkte Fed-Chef Alan Greenspan die Zinsen radikal
Aber sollten sie das? Wer sich absichern will, muss einen Puffer ungenutzter Ressourcen aufbauen, die nicht zur Herstellung von Waren oder Dienstleistungen verwendet werden. Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn und falls der Krisenfall eintritt.
Diese Puffer können etwa teure Baumaterialien sein, deren Flexibilität bei einem Erdbeben nur für ein oder zwei Minuten pro Jahrhundert benötigt wird. Oder ein umfangreicher Vorrat an Impfstoffen für eine Epidemie, die möglicherweise nie eintritt. Jedes überschüssige Eigenkapital von Banken, das nicht zur Finanzierung produktivitätssteigernder Investitionen zur Verfügung steht, wäre auch so ein Puffer.
Puffer zu finanzieren ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Gesellschaft treffen kann, sei es durch bewusste Politik oder standardmäßig.
Aber wenn Politiker sich entscheiden, ihr Volk vor jedem vorstellbaren Risiko zu schützen, sinkt mit hoher Gewissheit der Lebensstandard. Es ist kein Zufall, dass Länder, die weniger wohlhabend als Japan, aber ähnlich erdbebenanfällig sind, sich nicht für einen so umfassenden Erdbebenschutz entschieden haben. Diese Länder haben entweder explizit oder implizit die Wahl getroffen, nichts vom derzeitigen Konsum für derartige Eventualitäten umzuleiten.
Puffer sind vor allem ein Luxus reicher Nationen. Es ist egal, ob wir größere Puffer als Teil des Kapitalstocks eines Landes wahrnehmen oder als Teil des Nettovermögens - es ist dieselbe Größenordnung, nur aus unterschiedlicher Perspektive. Konsolidiert muss der Nettokapitalstock einer Nation der Summe aus dem Kapital aller Haushalte, Unternehmungen und staatlichen Einrichtungen entsprechen, bereinigt um die internationale Nettoanlageposition des Landes.
Wie groß soll der Teil des laufenden Outputs sein, den eine Gesellschaft bereitstellt, um Krisen abzuwenden, die alle 50 oder 100 Jahre auftreten? Wie fällt man eine derartige Entscheidung, und wer fällt sie?
Im 19. Jahrhundert galt die Regel "Caveat emptor" (Der Käufer muss achtgeben), deshalb waren Risikoeinschätzungen nicht vom Gesamtpreis, den Zinsen und anderen am Markt getroffenen Entscheidungen zur Kapitalverteilung zu trennen.

Teil 2: US-Regierung entschied sich zu oft zum Eingreifen

  • Aus der FTD vom 28.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 28.07.2011 20:47:43 Uhr   WeltenWanderer: Eins ist positive....

    ...er bleibt seiner Linie treu.
    Als deregulierer und mit verantwortlicher der Letzten Krise.
    Eigentlich sollten diese Leute vor Gericht stehen.

  • 28.07.2011 20:12:54 Uhr   Paul: Nichts aus Fehlern gelernt
  • 28.07.2011 18:10:08 Uhr   Gerhardus Lang: Greenspan, Kommentar, Fluch der vielen Puffer...
  • 28.07.2011 15:16:44 Uhr   k99: Rat eines Brandstifters
  • 28.07.2011 13:04:41 Uhr   brasileroo: der unbelehrbare
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