Gazprom ist nicht irgendein Konzern. Er ist eines der politischsten Unternehmen der Welt
Gazprom ist nicht irgendein Konzern. Er ist eines der politischsten Unternehmen der Welt, der verlängerte Arm des Kremls, die Herzkammer des russischen Machtanspruchs. "Einen mächtigen Hebel zur Einflussnahme auf den Rest der Welt", so bezeichnete einst Wladimir Putin Gazproms wichtigste Aufgabe. Neben dem Geldverdienen natürlich. In Deutschland ist dieser Hebel schon längst angesetzt. Das schürt auch Ängste. Die Russen sind nicht zimperlich, wenn es darum geht, Ländern den Hahn abzudrehen und Preise zu diktieren.
Gazprom-Statthalter Gornig, einst als Vize-Energieminister der DDR für den Pipelinebau zuständig, will die Skepsis nicht verstehen. "Wir sind eine ganz normale Firma", beteuert er.
Vor allem eine, die alles tut, um ihr schlechtes Image zu verbessern. Denn Gazprom hat ein Ziel: das Wachstum im Endkundenmarkt. Die Russen begnügen sich nicht mehr damit, Erdgas einfach bis an die Grenze zu liefern.