Ein niedrigeres Produktionsvolumen und ein gesunkener Ölpreis haben sich in der Bilanz des Energieriesen Exxon Mobil niedergeschlagen. Im dritten Quartal verdient das börsennotierte Unternehmen 9,57 Mrd. Dollar und damit sieben Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Damit ergibt sich ein Überschuss je Aktie von 2,09 Dollar nach zuvor 2,13 Dollar. Mit seinen Zahlen übertraf der US-Konzern dennoch die Markterwartungen. Analysten waren im Durchschnitt von 1,95 Dollar je Dividendenpapier ausgegangen. Die Öl- und Gasproduktion von Exxon ging im Berichtsquartal um 7,5 Prozent auf 3,96 Millionen Barrel Öläquivalent (boe) zurück.
Der gesunkene Ölpreis und Probleme bei der Ölproduktion in Nigeria machen auch dem britisch-niederländischen Konkurrenten Royal Dutch Shell im dritten Quartal zu schaffen. Der Überschuss auf Basis fortlaufender Kosten fiel um 15 Prozent auf 6,1 Mrd. Dollar, teilte der Ölkonzern am Donnerstag mit. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen. Die Shell-Aktie legte leicht zu. Vorstandschef Peter Voser sagte, die Zahlen seien ein "Fortschritt in einem schwierigen Marktumfeld".
Für das Gewinnplus sorgte vor allem das Geschäft mit Flüssig-Erdgas (Liquefied Natural Gas, LNG), dessen Absatz dank des australischen LNG-Projekts Pluto auf fast fünf Millionen Tonnen zulegte. Als Zwischendividende will Shell 43 US-Cent je Aktie ausschütten. Insgesamt ging die Produktion um ein Prozent auf 2,98 Millionen Barrel Öläquivalent zurück.
Der Abwärtstrend beim Umsatz konnte dagegen nicht gebremst werden. Die Einnahmen sanken von Juli bis Ende September auf 112 Mrd. Dollar - gegenüber dem Vorquartal ist das ein Rückgang um rund vier Prozent, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um mehr als neun Prozent.