Damit muss Desertec einen weiteren angesehenen Namen aus der Liste seiner Unterstützer streichen. Erst vor Kurzem hatte Siemens den Ausstieg aus dem Projekt verkündet. Der Münchner Konzern will das Geschäft mit dem Sonnenstrom nicht weiter betreiben. Die Unternehmensinitiative Desertec zielt darauf ab, Nordafrika und den Nahen Osten bis 2050 komplett mit erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne zu versorgen. Ein Teil des Ökostroms soll außerdem nach Europa ausgeführt werden. Große Konzerne wie Siemens und Münchener Rück hatten sich als Gesellschafter zusammengetan. Das Projekt läuft aber deutlich schleppender als ursprünglich erhofft.
Neuer Fokus bei Bosch
Bosch gehörte zu den föderativen Partnern von Desertec, die sich nicht im selben Ausmaß einbringen wie die Gesellschafter. Die Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth erstreckte sich auf Technologieaustausch oder Workshops mit Experten. Bosch Rexroth ist ein Spezialist für Antriebe und Steuerungen, die für Industriemaschinen verwendet werden. Für Solarparks stellt das Unternehmen Unterbauten her, auf denen die Anlagen nach der Sonne ausgerichtet werden. Elektronik für die Fertigung von Solaranlagen sind ebenfalls im Angebot. Wie andere Teile des Stuttgarter Konzerns spürt Bosch Rexroth den Absatzschwund in Europa. Tausende Beschäftigte sind von Kurzarbeit betroffen. Angesichts diese Rahmenbedingungen würde man abwägen, was wichtig sei und die Aktivitäten stärker fokussieren, sagte eine Sprecherin.
Die Desertec-Planungsfirma Dii bestätigte das Ende der Zusammenarbeit mit Bosch. "Wir bedauern den Schritt", sagte ein Sprecher. Der Initiative gehören derzeit 21 Gesellschafter und 36 Partner an. Nach Angaben von Dii soll die Zahl der assoziierten Unternehmen aber bis zum Jahrewechsel leicht ansteigen.