FTD.de » Unternehmen » Industrie » Desertec verliert Bosch als Partner
Merken   Drucken   13.11.2012, 07:01 Schriftgröße: AAA

Energiewende: Desertec verliert Bosch als Partner

Erst Siemens, jetzt Bosch: Dem ambitionierten Solarstromprojekt in der afrikanischen Wüste kommt zum Jahresende der nächste Technologiekonzern abhanden. Bosch sagt, andere Dinge als Desertec seien jetzt wichtiger.
© Bild: 2012 AFP/PHILIPPE DESMAZES
Exklusiv Erst Siemens, jetzt Bosch: Dem ambitionierten Solarstromprojekt in der afrikanischen Wüste kommt zum Jahresende der nächste Technologiekonzern abhanden. Bosch sagt, andere Dinge als Desertec seien jetzt wichtiger.
von Stuttgart

Nach Siemens  beendet auch der Technologiekonzern Bosch die Mitarbeit im Wüstenstromprojekt Desertec. "Wir werden unsere Mitgliedschaft nicht verlängern", sagte eine Sprecherin der Konzerntochter Bosch Rexroth. Die Verträge mit der Initiative laufen nach drei Jahren Ende Dezember aus.

Damit muss Desertec einen weiteren angesehenen Namen aus der Liste seiner Unterstützer streichen. Erst vor Kurzem hatte Siemens den Ausstieg aus dem Projekt verkündet. Der Münchner Konzern will das Geschäft mit dem Sonnenstrom nicht weiter betreiben. Die Unternehmensinitiative Desertec zielt darauf ab, Nordafrika und den Nahen Osten bis 2050 komplett mit erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne zu versorgen. Ein Teil des Ökostroms soll außerdem nach Europa ausgeführt werden. Große Konzerne wie Siemens und Münchener Rück  hatten sich als Gesellschafter zusammengetan. Das Projekt läuft aber deutlich schleppender als ursprünglich erhofft.

Neuer Fokus bei Bosch

Bosch gehörte zu den föderativen Partnern von Desertec, die sich nicht im selben Ausmaß einbringen wie die Gesellschafter. Die Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth erstreckte sich auf Technologieaustausch oder Workshops mit Experten. Bosch Rexroth ist ein Spezialist für Antriebe und Steuerungen, die für Industriemaschinen verwendet werden. Für Solarparks stellt das Unternehmen Unterbauten her, auf denen die Anlagen nach der Sonne ausgerichtet werden. Elektronik für die Fertigung von Solaranlagen sind ebenfalls im Angebot. Wie andere Teile des Stuttgarter Konzerns spürt Bosch Rexroth den Absatzschwund in Europa. Tausende Beschäftigte sind von Kurzarbeit betroffen. Angesichts diese Rahmenbedingungen würde man abwägen, was wichtig sei und die Aktivitäten stärker fokussieren, sagte eine Sprecherin.

Die Desertec-Planungsfirma Dii bestätigte das Ende der Zusammenarbeit mit Bosch. "Wir bedauern den Schritt", sagte ein Sprecher. Der Initiative gehören derzeit 21 Gesellschafter und 36 Partner an. Nach Angaben von Dii soll die Zahl der assoziierten Unternehmen aber bis zum Jahrewechsel leicht ansteigen.

16:04:28 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
    % 
    % 
  • Aus der FTD vom 13.11.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Energiewende Info
  •  
  • blättern
Energiewende
Das ist die Braunkohle aus Deutschland

Durch die Energiewende ist ausgerechnet Braunkohle zum wichtigsten Stromlieferanten für Deutschland geworden. Der unbeliebte Energieträger ist nicht nur verheerend für das Klima, sondern schafft auch Schandflecke. Doch mancherorts lässt Braunkohle auch Urlaubsregionen zurück. mehr

Infografiken zum Thema Energiewende
  •  
  • blättern
 

Sind Sie fit für die Energiewende?

Die Bundesregierung hat die Abkehr vom Atomstrom beschlossen. Höchste Zeit, sich mit erneuerbaren Energien auseinanderzusetzen. Wo steht Deutschland im europäischen Vergleich - und was sind eigentlich Photonen? Testen Sie Ihr Wissen!

Zum Aufwärmen ein Zitat: "Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen." Wer sprach 1931 diese Worte?

Alle Tests

Kommentare zur Energiewende
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler