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  14.01.2010, 15:43    

Kartellverdacht: Großrazzia bei Handelskonzernen

Wettbewerb belebt das Geschäft. Aber nur, wenn es ihn wirklich gibt. Das Kartellamt verdächtigt 15 Unternehmen und Hersteller der illegalen Preisabsprache - zum Nachteil der Verbraucher. Von Durchsuchungen betroffen sind unter anderem Rewe, Metro und Lidl.
Das Bundeskartellamt hat wegen des Verdachts auf Preisabsprachen mehrere Handelsunternehmen und Markenartikelhersteller ins Visier genommen. Über 100 Fahnder des Kartellamts und Polizisten rückten am Donnerstag zu Razzien aus, von denen unter anderem die Branchengrößen Rewe, Edeka, Metro  und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) sowie die Krefelder Tierfutter-Kette Fressnapf, die Drogeriekette Rossmann und der Schokoriegel-Hersteller Mars betroffen waren.
Nach Angaben der Kartellbehörde handelte es sich bundesweit um 15 Firmen, davon elf Handelsunternehmen. Zudem seien schriftliche Verfahren gegen andere Konzerne eingeleitet worden.
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Die Bonner Behörde prüft, ob Markenartikelhersteller die Preise für Süßwaren, Kaffee und Tiernahrung mit Händlern abgestimmt haben. Die Untersuchung könne noch weitere Geschäftsfelder und Unternehmen erfassen, sagte ein Sprecher.
In Branchenkreisen hieß es, auch Händler kooperierten bereits mit dem Kartellamt. Die Wettbewerbshüter hätten Unternehmen der Branche und Lebensmittelhersteller im Verdacht, seit einigen Jahren zum Schaden der Verbraucher Preisuntergrenzen für Artikel abgesprochen und durchgesetzt zu haben.
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Die Wettbewerbshüter können empfindliche Strafen verhängen, wenn sie die Beteiligung an einem illegalen Kartell nachweisen. Diese können theoretisch bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes betragen. Dies könne die ganze Branche erschüttern. Der Rahmen ist aber noch nie ausgeschöpft worden. Das Kartellamt kündigte an, es werde bei der Verhängung von Geldbußen berücksichtigen, inwieweit Unternehmen oder Personen bei der Aufklärung der Vorwürfe mit dem Kartellamt zusammenarbeiten.
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) betonte, die betroffen Unternehmen arbeiteten mit dem Kartellamt zusammen, um den Verdacht schnellstmöglich aufzuklären. Zunächst müssten die Ergebnisse des Verfahrens abgewartet werden. "Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung", sagte eine HDE-Sprecherin.

Teil 2: Warum auch die Kaffeebranche im Blick ist

  • FTD.de, 14.01.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland
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