Solaranlagen sind der Hit unter Deutschlands Haus- und Hofbesitzern. Die Rechnung dafür bekommt jeder Stromkunde. Die Regierung will schon sehr bald den Boom bremsen.
Die Bundesregierung will die Solarförderung nach Angaben aus Regierungs- und Branchenkreisen um bis zu einem Drittel kappen. Große Freiflächenanlagen sollten ab April über 30 Prozent weniger Vergütung für Strom bekommen, sagten mit den Plänen Vertraute der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.
Bei kleineren Anlagen soll die Kappung bei etwa 20 Prozent ansetzen, bei mittelgroßen etwa ein Viertel betragen. Mit dem Plan wird unter anderem eine Kürzung, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für den 1. Juli vorgesehen war, auf den 1. April vorgezogen.
Einschnitte kommen früher als geplant
Umweltminister Röttgen will die Pläne zusammen mit seinem Ministerkollegen Rösler am Donnerstag vorstellen
Nach den aktuellen Plänen soll die staatlich garantierte Vergütung auf den erzeugten Strom auf maximal 90 Prozent begrenzt werden, was die Einschnitte noch tiefer macht. Was darüber hinaus produziert wird, muss der Anlagenbetreiber selbst vermarkten oder verbrauchen. Da dies für Eigenheimbesitzer mit kleineren Dachanlagen einfacher ist, soll die Begrenzung hier noch unter 90 Prozent bleiben. Aus dem Umweltministerium war keine Stellungnahme dazu zu erhalten.
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) wollen die Pläne am Donnerstag gemeinsam vorlegen. Mit diesen Änderungen setzt die Regierung einen Plan um, der schon einige Zeit in Berlin diskutiert worden war. Ende Januar hatten die Chefs der Koalitionsfraktionen sich darauf geeinigt, dass sich Röttgen und Rösler so schnell wie möglich auf eine Kürzung der Solarförderung verständigen sollten. Dabei war auch der jetzt festgezurrte Termin 1. April als Zieldatum genannt worden.
Alle Kürzungen sollen ab April greifen und setzen sich aus den ohnehin vorgesehenen Einschnitten von 15 Prozent sowie weiteren Einmalkürzungen zusammen. Die Begrenzung auf 90 Prozent des erzeugten Stroms ersetzt ein früher erwogenes Modell, wonach nur eine festgelegte Kilowattstundenzahl vergütet werden sollte. Mit der Begrenzung auf die Prozentzahl soll die technische Weiterentwicklung nicht abgewürgt werden.
Die Solarförderung war in die Kritik geraten, da die garantierten Abnahmepreise durch eine Umlage auf alle Verbraucher bezahlt wird und der Zubau - sprich die Anzahl der neu gebauten Solaranlagen - zuletzt weit über den Erwartungen lag. Große Solarparks, in denen vor allem billige chinesische Module verbaut werden, gelten als Hauptursache für den übermäßigen und damit zu teuren Solarboom 2011.
Infografik: So funktioniert ein Solarthermiekraftwerk
Die Debatte um die Kosten der Solarförderung hatte in den vergangenen Wochen Fahrt aufgenommen. Zuletzt war Rösler mit einem eigenen Vorschlag für eine deutliche Drosselung des Fotovoltaikzubaus vorgeprescht. Der eigentlich zuständige Umweltminister Röttgen hatte dagegen für weniger drastische Kürzungen geworben und darauf verwiesen, dass jede Reform im Bundesrat akzeptiert werden müsse, also auch von SPD und Grünen. Bei der Ökostromförderung gibt es immer wieder heftiges Gezerre zwischen Parlament und Ländervertretung.
Obwohl der Bau von Solaranlagen boomt, hatte es in den vergangenen Monaten Pleiten in der Branche in Deutschland gegeben. Hiesige Unternehmen leiden unter anderem stark unter der Konkurrenz aus Fernost.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Soll die größte US-Bank zerschlagen werden? Die Größe einer Bank allein ist kein Makel. Der Fall zeigt aber, dass der Derivatehandel eine strengere Aufsicht braucht. mehr
Zahlt der Chef die Krankenzusatzpolice, verzichten Versicherer auf die Gesundheitsprüfung. Davon profitieren vor allem Angestellte mit Vorerkrankungen. Bei arbeitnehmerfinanzierten Modellen schauen die Anbieter aber wieder genauer hin. mehr
Ein Anteilspaket geht an den Industrieausrüster Andritz. Das Grazer Unternehmen kündigt ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre an. Für chinesische Interessenten gab es dagegen Absagen. mehr
Der neue Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, hat ehrgeizige Pläne: Das Geldhaus soll in der globalen Spitzenliga mitmischen. Dafür will er die Banker umerziehen: keine Ego-Shows mehr und ein Bekenntnis zur Heimat. mehr
Während es in Deutschland derzeit zappenduster für Schlecker aussieht, ist das Auslandsgeschäft über den Verkaufstisch gegangen. Système U hat Schlecker-Frankreich gekauft. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!