Damit wird ein Modell entzaubert, das in den vergangenen Jahren von Bauunternehmen, Banken und Beratern den Regierungen von Bund, Ländern und Gemeinden verkauft worden war. Das Versprechen war stets, dass Private die Projekte besser und billiger realisieren könnten, weil sie effizienter arbeiteten als der Staat. Im Falle der sogenannten A-Modelle bauen Konsortien bestimmte Autobahnabschnitte aus und erhalten dafür die Lkw-Maut auf diesen Strecken teilweise oder ganz. Die Verträge über die Projekte laufen in der Regel 30 Jahre.
Das Problem: Die Prognose über die Zahl der Lkw und damit die Mauteinnahmen auf den Strecken ist extrem schwierig. "Es gibt keine wissenschaftlich anerkannte Methode, Verkehrsmengen für 30 Jahre zu prognostizieren", sagte der Sprecher des Rechnungshofs. Seine Behörde hatte bereits 2009 in einem Gutachten bemängelt, dass die Unternehmen, die bei der Ausschreibung für die A-Modelle zum Zuge gekommen waren, um bis zu 75 Prozent höhere Lkw-Zahlen angenommen hatten als der Bund. Anton Hofreiter (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, sagte: "Die Regierung hat in ihrer Kalkulation bewusst niedrige Werte angesetzt, um die Wirtschaftlichkeit herbeizurechnen." Das Kalkül: Je weniger Maut die Privaten bekommen, desto günstiger sieht PPP gegenüber dem klassischen Bau in staatlicher Regie aus. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte zwar: "Die Zahlen sind ein Stück weit Geschäftsgeheimnis." Im Haus wird aber eingeräumt, dass die Lkw-Zahlen nach Überwindung der Wirtschaftskrise höher liegen als angenommen.
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