Die Sanierung Opels ist viel schwerer als gedacht. Deshalb kündigt der Mutterkonzern General Motors neue Einschnitte in Europa an - und bringt die hiesigen Arbeitnehmer gegen sich auf.
Der US-Autobauer General Motors (GM) ist mit der geplanten Sanierung von Opel vorerst gescheitert. "Leider hat unser Plan, mit dem wir Opel dieses Jahr profitabel machen wollten, nicht funktioniert", räumte Strategiechef Stephen Girsky in New York ein.
Zusammen mit Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke will die Konzernführung einen neuen Plan ausarbeiten. Dieser dürfte weitere Einschnitte mit sich bringen. "Wir werden nun mit allen Beteiligten an Lösungen arbeiten, die dann von Stracke umgesetzt werden", kündigte Girsky an.
Altersteilzeit
Klaus Franz - Opel verliert sein Gesicht
Die Nachrichten riefen sogleich die Opel-Arbeitnehmer auf den Plan. Sie lehnen die von GM verlangten neuen Einsparungen ab. Der zum Jahresende ausscheidende Betriebsratschef Klaus Franz sagte am Montag zu Reuters, die bei der zurückliegenden Sanierung mit General Motors ausgehandelten Verträge würden bis 2014 und teilweise darüber hinaus gelten.
Darin sei festgelegt, dass die Beschäftigten jährlich 265 Mio. Euro an Sanierungsbeiträgen erbrächten, sagte Franz. Den Verträgen habe auch das GM-Board zugestimmt und somit für die kommenden Jahre Werksschließungen und weiteren Personalabbau ausgeschlossen. Europaweit waren bei Opel damals 8000 der einst 48.000 Arbeitsplätze gestrichen worden mit dem Ziel, spätestens 2012 schwarze Zahlen zu schreiben.
GM hatte sich jüngst von dem Ziel verabschiedet, in seinem Europageschäft schon 2011 die Gewinnzone zu erreichen, weil Opel in den Verlusten feststeckt. Der Rüsselsheimer Autobauer leidet besonders unter der schwachen Nachfrage in den Schuldenländern Südeuropas.
Girsky war vor zwei Wochen offiziell zum Aufsichtsratschef von Opel gewählt worden. Neben dem früheren Autoanalysten ziehen nun auch der Finanzchef von GM sowie der Asien-Chef in das Gremium ein - ein klares Signal dafür, dass die Führung aus Detroit mit aller Kraft das schwache Europageschäft in die schwarzen Zahlen bringen will.
Mit seinem Machtwort richtet sich Girsky, der sich in der GM-Zentrale in Detroit stets gegen einen Verkauf von Opel stark gemacht hat, vor allem an die Gewerkschaften in Europa. Während der Insolvenz 2009 sei es GM gelungen, mit der US-Gewerkschaft "einen guten Deal" zu machen: "Ich sehe keinen Grund, warum uns das in Europa nicht auch ohne Insolvenz gelingen sollte."
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