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Merken   Drucken   20.01.2012, 08:37 Schriftgröße: AAA

Probleme mit Stahlwerk: ThyssenKrupp prüft Rückzug aus Brasilien

Der Stahlkonzern will dahin, wo der wichtigste Rohstoff gefördert wird: Eisenerz. Doch das neue Stahlwerk wird viel teurer als geplant. Vor der heutigen Hauptversammlung deutet sich ein Strategieschwenk an.
© Bild: 2011 Bloomberg
Der Stahlkonzern will dahin, wo der wichtigste Rohstoff gefördert wird: Eisenerz. Doch das neue Stahlwerk wird viel teurer als geplant. Vor der heutigen Hauptversammlung deutet sich ein Strategieschwenk an. von Kirsten Bialdiga  Düsseldorf und Susann Kreutzmann, São Paulo
ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger  prüft einen Strategieschwenk und erwägt einen Verkauf des neuen Stahlwerks in Brasilien. Möglicher Interessent könnte der brasilianische Vale-Konzern sein, der an der brasilianischen ThyssenKrupp-Tochter CSA bereits beteiligt ist. Aber auch Konkurrenten, die in Brasilien ebenfalls eine neue Hütte hochziehen wollen. "Das Ganze befindet sich in einem Stadium reiner Überlegungen", sagte am Donnerstag ein Konzerninsider. Eine Vale-Sprecherin sagte, Marktgerüchte kommentiere man nicht.
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Das "Manager Magazin" hatte berichtet, ein Rückzug sei noch in diesem Jahr möglich. Auch das neue Weiterverarbeitungswerk in Nordamerika könne zur Disposition stehen. ThyssenKrupp  wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf die heutige Hauptversammlung.
Die neuen, 10 Mrd. Euro teuren Stahlwerke, galten bisher als Kern der Konzernstrategie: In Brasilien sollten günstig Stahl-Vorprodukte produziert werden, die dann im nordamerikanischen Stahlwerk weiterverarbeitet werden sollten. Doch Verzögerungen, Pannen und Missmanagement ließen die Kosten aus dem Ruder laufen.
Große Probleme verursacht beim Bau des Werkes in Brasilien die Kokerei. In der Folge muss ThyssenKrupp Gas, Kokskohle und Strom von außen zukaufen. Zudem gab es laut Hiesinger aber auch Probleme mit einer Turbine, die vorübergehend ausfiel, und mit fehlerhaft gebauten Gasometern. Deshalb wurden im letzten Geschäftsjahr auch die anvisierten Anlaufkosten von 1 Mrd. Euro überschritten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der Konzern den Wert der neuen Werke um mehr als 2 Mrd. Euro reduzieren müssen. Wann die Sparte Steel Americas jemals Gewinne schreiben wird, ließ Hiesinger bisher offen. Ex-ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz  war daraufhin aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten. Auch Aufsichtsratschef Gerhard Cromme wird sich auf der Hauptversammlung den kritischen Fragen der Aktionäre zu seiner Verantwortung für das Debakel stellen müssen.
Die ThyssenKrupp-Aktie reagierte auf die vor der Hauptversammlung veröffentlichte Meldung am Donnerstag mit Kursgewinnen.
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  • FTD.de, 20.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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