Begehrter Rohstoff
Seltene Erden, aber überall drin
Zum Teil seien die Preise in den vergangenen Monaten um über 300 Prozent gestiegen. "Davon dürfen wir uns nicht abhängig machen", so Güllich. Bereits im letzten Jahr habe das Joint Venture solche Antriebe getestet. Auch
Siemens -Forscher arbeiten an Elektromotoren ohne seltene Erden: Anstelle der üblichen Permanentmagneten, die besonders stark sind, aber auch besonders viele der begehrten Stoffe enthalten, wollen sie eine Eisenverbindung einsetzen.
Die Ironie: Seltene Erden sind gar nicht so rar, wie es ihr Name suggeriert. Weltweit gibt es allerdings nur wenige Minen, in denen sie wirtschaftlich gefördert werden können. Weil die fast alle in China liegen, versorgt Peking den Weltmarkt zu mehr als 95 Prozent. Die Folge: Die Preise haben sich allein im Jahr 2011 mehr als verzehnfacht, der Markt ist zwischen 2008 und 2011 von 2,4 Mrd. auf 27 Mrd. Euro gewachsen.
Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit wird nach Ersatz gesucht. Steven Duclos, Chefwissenschaftler beim Mischkonzern
General Electric (GE) setzt auf die Optimierung bereits bestehender Technologien: "Viele unserer Produktionsprozesse und Materialien stammen aus einer Zeit, als seltene Erden noch nicht kritisch waren." GE arbeitet etwa an Windturbinen, in denen Supraleiter Magneten mit seltenen Erden ersetzen. Je nach Produkt ließen sich "zwischen einigen wenigen und 100 Prozent" der teuren Stoffe einsparen. GE bemüht sich auch um ein besseres Recycling kostspieliger Bauteile - so wie Toyota.