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Merken   Drucken   06.09.2012, 15:51 Schriftgröße: AAA

Stromausfall: Erste Hilfe bei Blackouts

Ein Zusammenbruch des Stromnetzes kann immense Kosten verursachen. Inzwischen wappnen sich immer mehr Unternehmen mit Notstromaggregaten gegen mögliche Ausfälle.
© Bild: 2012 DPA/Roland Weihrauch
Ein Zusammenbruch des Stromnetzes kann immense Kosten verursachen. Inzwischen wappnen sich immer mehr Unternehmen mit Notstromaggregaten gegen mögliche Ausfälle.
von Düsseldorf und Hamburg

Blackout - reale Gefahr oder Popanz der Atomlobby? Während die Frage in Energieblogs hitzig diskutiert wird, wollen viele Firmen auf die Antwort nicht mehr warten. "Immer mehr Industrieunternehmen legen sich Dieselgeneratoren zum Schutz gegen Stromausfälle zu", berichtete EU-Energiekommissar Günther Oettinger kürzlich auf einer Tagung in Berlin.

Blackouts sind als Kostentreiber gefürchtet. Schon Stromunterbrechungen im Sekundenbereich können empfindliche Produktionsanlagen aus dem Takt bringen. Ein 24-stündiger Stromausfall in einem Land wie Bayern würde nach Berechnung der Beratungsfirma A.T. Kearney volkswirtschaftliche Schäden von 1,5 Mrd. Euro  verursachen.

Glasschmelzen, Aluhütten oder Textilfärber - viele Betriebe verlassen sich nicht mehr allein auf das öffentliche Netz. Die Hamburger Kupferhütte Aurubis  etwa reagiert wie von Oettinger beschrieben. Sie hat Notstromaggregate für 2 Mio. Euro jährlich angemietet. "Die Furcht vor einem Stromausfall ist nicht vorüber", sagt eine Aurubis-Sprecherin. Neben Süddeutschland gilt der Raum Hamburg als besonders anfällig, sollte es erneut zu Engpässen in der Stromversorgung kommen wie im vorigen Winter.

Ersetzen können die Generatoren das Netz freilich nicht. Die Leistung der von Aurubis aufgestellten Aggregate von zehn Megawatt - genug, um 3000 Haushalte zu versorgen - reicht nicht annähernd, um die Aurubis-Produktion aufrechtzuerhalten. Doch sie verhindert bei einem Netzzusammenbruch, dass die Kupferschmelze in den Öfen und Rohrleitungen erstarrt und damit die Fabrik zerstört. "Wir können die Anlagen im Notfall geordnet stilllegen", sagt die Sprecherin.

Die Erfahrung des vergangenen Winters hat viele Chefs misstrauisch gemacht. In der klirrend kalten zweiten Februarwoche gab es "erhebliche, über mehrere Stunden anhaltende Unterdeckungen", teilte die Bundesnetzagentur mit. Die Behörde, die über die Netzstabilität wacht, ist in den kommenden Monaten wieder in erhöhter Bereitschaft. "Durch den Wegfall der Kernkraftwerkskapazitäten hat das Stromversorgungssystem in Deutschland grundsätzlich an Stabilität eingebüßt", sagt Agenturpräsident Jochen Homann. Seine Behörde arbeite daran, das Netz durch ein Bündel von Maßnahmen zu wappnen. "Wir nehmen die Übertragungsnetzbetreiber und Kraftwerksbetreiber in die Pflicht, sich hierauf vorzubereiten", sagte Homann.

Die Agentur werde dafür sorgen, dass ausreichend Reservekraftwerke zur Verfügung stehen. Und verhindern, dass - wie im Februar - Gaskraftwerken der Brennstoff auszugehen droht. Damals trieb die extreme Kälte auch den Gaskonsum hoch.

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