Das Brennstoffzellen-U-Boot Papanikolis ist eines von vieren, auf deren Bezahlung ThyssenKrupp noch wartet
Daneben gibt es jedoch nach FTD-Informationen auch taktische Gründe für die Vertragskündigung zum jetzigen Zeitpunkt: In Griechenland wird am 4. Oktober eine neue Regierung gewählt. Laut Umfragen könnte die alte Administration abgelöst werden. Damit käme wieder die Pasok-Partei an die Macht, mit der ThyssenKrupp das Rüstungsgeschäft seinerzeit ausgehandelt hatte. Eine Kündigung der Verträge kurz nach Amtsantritt der neuen Regierung hätte die Beziehungen unnötig belastet, hieß es. ThyssenKrupp wollte sich dazu nicht äußern.
Seit Jahren kämpft der Konzernvorstand um die Bezahlung der neuen und der modernisierten U-Boote. Schon im September 2006 sollten die Griechen die "Papanikolis" abnehmen. Sie monierten jedoch technische Mängel - bis hin zu einem angeblich starken Schlingern beim Auftauchen des Bootes. Heute trägt das Schiff ein technisches Gütesiegel, doch Geld floss noch immer nicht. Daran konnte auch der Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht viel ändern.
Insgesamt hatten die Griechen sogar vier U-Boote der Klasse 214 mit Brennstoffzellenantrieb bestellt. Die drei übrigen wurden auf der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY), einer HDW-Tochter, gebaut. Dort warten sie auf ihren ersten Testeinsatz zur See. Nachfolgeaufträge gebe es für HSY nicht, heißt es. In der Folge schreibt die Werft mit 1200 Beschäftigten in diesem Geschäftsjahr einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe. ThyssenKrupp stellt HSY nun zum Verkauf. Wegen der unklaren Situation kann sich das aber hinziehen.
Das trifft auch auf die U-Boote zu. Die Bundesregierung hätte gegen einen Weiterverkauf der "Papanikolis" nichts einzuwenden, heißt es. Auch gebe es bereits Interessenten für das rund 350 Mio. Euro teure Tauchboot. HDW in Kiel hat bereits die griechischen Kollegen nach Hause geschickt - um die "Papanikolis" komplett unter Kontrolle zu haben.