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  22.12.2009, 20:38    

Autoindustrie: Oh, du Grässliche

Leitartikel Politische Hilfen wie die Abwrackprämien weltweit haben darüber hinweggetäuscht, dass die Autohersteller nach wie vor ums Überleben kämpfen. Denn das Problem ist nicht nur die Konjunktur - es sind auch Überkapazitäten. Und auf die können die Konzerne nur mit Jobabbau reagieren.
Eine christliche Geste ist es nicht, was Toyota  und Ford  da direkt vor Weihnachten veranstalten. Der japanische Autobauer plant massive Preisdrückerei gegenüber seinen Zulieferern, der amerikanische Konzern will Zigtausende Mitarbeiter loswerden. Nur ist das Geschäft der Autohersteller eben kein Krippenspiel.
Politische Krücken wie Abwrackprämien oder Kurzarbeit mögen die Öffentlichkeit vorübergehend getäuscht haben. Doch die Autobauer kämpfen nach wie vor ums Überleben - weltweit.
Kursinformationen und Charts
  Toyota Motor 3580 JPY  [0 0,00%
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Ihre Probleme lösen sich auch dann nicht automatisch auf, wenn sich der globale Konjunkturaufschwung im kommenden Jahr festigen sollte. Leidet eine Branche in erster Linie unter Überkapazitäten, müssen diese irgendwie abgebaut werden. Ob das nun dadurch geschieht, dass Hersteller und ihre Zulieferer pleitegehen oder dass viele von ihnen ihr Personal im großen Stil abbauen: Ein solcher Überlebenskampf wird nur über Schrumpfen gewonnen, und das kostet Arbeitsplätze.
In der Automobilindustrie sind die Überkapazitäten mit rund 30 Prozent besonders haarsträubend. Entsprechend radikal müssen die Hersteller reagieren. Es ist vermutlich kein Zufall, dass mit Toyota und Ford nun zwei Hersteller harte Einschnitte vorbereiten, die im Mittelklassesegment stark sind.
Gerade Kleinwagen und mittlere Modelle dürften nach dem Auslaufen von Abwrackprämien in wichtigen Industrieländern vor einem gewaltigen Auftragsloch stehen. In dieses Loch droht in Deutschland vor allem Opel als Nächstes zu stürzen.
Hilfsprogramme der Regierungen können dazu dienen, den Unternehmen über die schwierigste Phase der Wirtschaftskrise hinweg eine Brücke zu bauen. Notwendige strukturelle Anpassungen können sie aber allenfalls hinauszögern. Wie gründlich Versuche, sie ganz zu verhindern, in die Hose gehen, hat zuletzt die Bundesregierung im Fall Opel bewiesen. Sollte sich nächstes Jahr herausstellen, dass der Mutterkonzern GM nur Bruchstücke seiner deutschen Tochter retten kann, muss Berlin eine Insolvenz akzeptieren.
03:53:58 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Toyota Motor 3580 JPY   0,00%  0
Ford 14,1 USD   +4,52%  0.61
  • Aus der FTD vom 23.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
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