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13.10.2010, 06:00
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Folgen des Wachstums:
Deutsche Industrie sucht massenhaft Akademiker
Exklusiv
Im Frühjahr ging es aufwärts, nun springt die Zahl der Jobangebote nach oben: Unternehmen schalten jede Woche Tausende Anzeigen, zeigt ein aktueller Index des Personaldienstleisters Adecco. Um Ingenieure wird regelrecht gekämpft.
von Annette Berger
Volkswagen sucht junge Menschen, die "mit uns die Welt elektrisieren", dem Fraunhofer-Institut geht es etwas trockener um "die Entwicklung von neuartigen Mess- und Prüfsystemen": Was man bei einem Blick in die Online-Suchmaschine "Monster.de" erahnen könnte, beweist das Branchenbarometer des Adecco-Stellenindex' für das dritte Quartal: Ingenieure in Deutschland können sich vor Jobangeboten kaum retten.
Adecco Stellenindex - Branchenbarometer
Einer der größten Arbeitgeber dieser Berufsgruppe ist die Autobranche: Diese schaltete von Juli bis September insgesamt 60 Prozent mehr Stellenanzeigen als im Vergleichzeitraum des Vorjahres, geht aus der Untersuchung hervor.
Rechnet man nur die freien Stellen für Ingenieure in dieser Branche zusammen, ergibt sich ein noch größerer Zuwachs: Das Angebot der Hersteller und deren Zulieferer für die auf Hightech spezialisierten Akademiker wuchs im Vergleich zum Sommer 2009 um mehr als das Doppelte. Keine Spur mehr von der jüngsten Krise.
Bei
BMW etwa heißt es auf Anfrage von FTD.de: "Wir stellen dieses Jahr 400 bis 500 Ingenieure in Deutschland ein." Der Zulieferer Bosch sucht 4000 neue Mitarbeiter weltweit, davon mehr als 500 hierzulande. Die meisten freien Stellen sollen von Ingenieuren besetzt werden. Der Aufschwung schafft damit für Absolventen technischer Studiengänge wieder deutlich mehr Karrierechancen. "Einen Fachkräftemangel kennen wir nicht", sagt eine Bosch-Sprecherin.
Kursinformationen und Charts
Doch andere Unternehmen fürchten im aktuellen Wettbewerb um Absolventen genau einen solchen Mangel. Denn während große Hersteller und Zulieferer wie Bosch, VW, Audi,
Porsche , BMW oder
Daimler eine hohe Anziehungskraft durch die Bekanntheit ihrer Marken auf junge Talente ausübten, könnten kleinere Zulieferer oftmals keinen vergleichbaren Weltruf aufbieten, heißt es beim Verband der Automobilindustrie.
Dabei böten auch die kleineren Firmen internationale Karrierechancen. Schließlich entstünden die weitaus meisten Innovationen im Automobilbau bei den Zulieferbetrieben, heißt es beim VDA.
Doch egal ob Autoindustrie, Handel oder Unternehmensberater: Insgesamt herrscht in vielen deutschen Betrieben akuter Personalmangel. Insgesamt veröffentlichten deutsche Privatunternehmen im Zeitraum Juli bis September 22 Prozent mehr Stellenangebote als im Sommer des vergangenen Jahres, zeigt die Auswertung von Adecco. Die Industrie als drittgrößter Inserent gab dabei fast 11.000 gedruckte Anzeigen in Auftrag.
Der Adecco-Stellenindex wird seit 1995 erhoben und gilt als wichtiger Indikator für den Beschäftigungsmarkt in Deutschland. Für das aktuelle Branchenbarometer wurden mehr als 92.000 Inserate in 40 Printmedien ausgewertet.
Schon im Frühling dieses Jahres war der Index deutlich gestiegen. Allerdings war damals der Zuwachs der Jobangebote noch längst nicht so massiv wie in den vergangenen Wochen. In den nächsten Monaten dürfte der Stellenmarkt weiter in Schwung kommen. So rechnet die Bundesagentur für Arbeit für 2011 mit drei Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt - also gut 200.000 weniger als in diesem Jahr.
Teil 2: Es gibt auch Verlierer
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FTD.de, 13.10.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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