GM-Standorte
Wo Opel überall Autos baut
Der unterlegene Opel-Bieter, das Konsortium aus dem Zulieferer Magna und der russischen Sberbank, bedauerte in einem der FTD vorliegenden Schreiben an die Opel-Mitarbeiter den Rückzieher des Herstellers aus Detroit. Man sei etwas enttäuscht. "Aber so ist das Geschäftsleben nun einmal, und wir von Magna akzeptieren diese Entscheidung selbstverständlich ohne jeglichen Vorbehalt."
Der US-Konzern hatte vergangene Woche entschieden, die Tochter Opel doch nicht an Magna und dessen russischen Konsortialpartner Sberbank zu verkaufen, sondern zu behalten und selbst zu sanieren. Dafür veranschlagt das Management in Detroit rund 3 Mrd. Euro. Ob GM Staatshilfen bei europäischen Regierungen beantragen wird, ist ungewiss. Allerdings hatte der Konzern bereits signalisiert, sich um eine solche Finanzspritze bemühen zu wollen.
Beim Spitzenpersonal baut der US-Konzern schon kräftig um: Für die von Carl-Peter Forster bekleidete Position des GM-Europe-Präsidenten wird es keinen direkten Nachfolger geben. "Wir suchen einen Chef für die Adam Opel GmbH und keinen GM-Europe-Chef", sagte ein Sprecher des Rüsselsheimer Unternehmens der FTD. Forster soll von dem als hartem Sanierer bekannten Nick Reilly abgelöst werden.
Forster verlässt den US-Autokonzern und hat nach Presseberichten Angebote mehrere Angebote aus der Branche. In Gesprächen sei er mit Tata Motors. Der Manager solle bei der Luxus-Marke Jaguar des indischen Autobauers eine führende Rolle bekleiden, hieß es. Ein Jaguar-Sprecher wollte das nicht kommentieren, wies die Spekulationen aber auch nicht zurück. "Es gibt derzeit keine freien Posten", hieß es aus Unternehmenskreisen, aber "so eine Struktur sei auch änderbar."
Forster hatte sich vehement für einen Verkauf Opels an den kanadisch-österreichischen Zulieferer
Magna stark gemacht und den Schwenk seines Arbeitgebers scharf kritisiert.
Mindestens 10.000 von mehr als 50.000 Jobs sollen bei Opel in Europa wegfallen. Der Betriebsrat und große Teile der deutschen Politik reagierten empört auf GMs Pläne - obwohl Magna einen Stellenabbau in etwa derselben Größenordnung geplant hatte.