Außen Container, innen Klassenraum: Den Kindern in der Phorms-Schule Hamburg macht es nichts aus, dass sie in einem Raum aus Stahl und Plastik lernen
Von außen sieht es aus wie eine Baustelle. Hinter Maschendrahtzaun stehen Dutzende Container eng übereinandergestapelt auf einem brachliegenden Betriebsgelände. Hier und da wehen noch rote Weihnachtsdekobänder im Wind – kleine Farbtupfer in der hellgrauen Stahlwüste.
Eine Privatschule stellt man sich in einem anderen Ambiente vor. Und doch ist in den Containern seit einem halben Jahr die Phorms-Schule Hamburg untergebracht. Ein Provisorium, das aber immerhin zwei Jahre dauern soll, bis eine geeignete Immobilie gefunden ist.
Wie eine Baustelle wirkt auch das Unternehmen, das als erstes in Deutschland mit Schulen Geld verdienen will. Die 2006 furios gestartete Privatschulkette Phorms stößt mittlerweile an ihre Grenzen, die Probleme häufen sich.
Bilingualer Unterricht in kleinen Klassen
Phorms ist schnell gewachsen, auf aktuell acht Schulen mit fast 1800 Kindern. Das Konzept – bilingualer Unterricht in kleinen Klassen mit modernster Technik – begeistert viele Eltern. Die Nachfrage ist an allen Standorten viel höher, als es Plätze gibt. Doch das rasche Wachstum hat seinen Preis: Es fehlen qualifizierte Lehrer, vor allem englische Muttersprachler, die Fluktuation bei Lehrkräften und Schulleitern ist hoch. Vorstandsvorsitzende Béa Beste spricht von „Wachstumsschmerzen“, die man aushalten müsse.
Zumindest an zwei Standorten, Hamburg und Köln, hat sich das Management zudem verkalkuliert. Unter den dort gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen lassen sich private Schulen kaum kostendeckend führen, der Rückfluss der Investitionen wird deutlich länger dauern als geplant. Auch weil die Höhe des Schulgelds in jedem Bundesland unterschiedlich ist. Während in Berlin über 1000 Euro kein Problem sind, dürfen Privatschulen in Nordrhein-Westfalen gar keine Gebühren erheben, in Hamburg sind sie auf 200 Euro begrenzt. Davon lässt sich aber eine Schule, wie Phorms sie macht, nicht finanzieren.
Eltern zahlen Mittagessen
Also müssen die Eltern zusätzlich das Mittagessen und die Nachmittagsbetreuung bezahlen. Um irgendwann profitabel zu wirtschaften, muss jeder Schulplatz mit etwa 1000 Euro monatlich ausfinanziert sein. Vom Staat kommen knapp 400 Euro. Bislang machen alle Standorte Verluste, in Hamburg sollen es in den ersten drei Jahren gut 3 Mio. Euro sein.