Damit dürfen Fleisch und Milch von Nachfahren geklonter Tiere weiterhin in der EU verkauft werden. Auch eine Kennzeichnungspflicht wird es vorerst nicht geben.
Verhandlungsteilnehmer sagten, vor allem die deutsche Delegation habe bis zuletzt kaum Bereitschaft zum Einlenken gezeigt. Grund hierfür waren offenbar Befürchtungen, dass derartige Eingriffe gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO verstoßen und einen Handelskrieg mit mehreren amerikanischen Staaten auslösen könnten. In den USA, Kanada, Argentinien und Brasilien ist Klonfleisch schon länger im Handel.
"Die derzeitige Situation, in der es keine Kontrolle über Klontechniken und Klone gibt, wird wieder die Regel in Europa sein", sagte EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Der Verzehr von Fleisch, Eiern oder Käse von den Nachkommen geklonter Tiere sei aber laut wissenschaftlichen Untersuchungen ungefährlich. Die EU-Kommission will Parlament und Mitgliedsstaaten nun einen neuen Vorschlag vorlegen. Ein Gesetz dürfte frühestens 2013 verabschiedet werden.
Unterdessen forderten EU-Parlamentarier von SPD und CDU die Ablösung von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Der gesundheitspolitische Sprecher der Konservativen im EU-Parlament, Peter Liese (CDU), warf Brüderle vor, er habe einen Kompromissvorschlag von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bis zuletzt blockiert. Die SPD-Gesundheitsexpertin Dagmar Roth-Behrendt sagte: "Entweder hat Brüderle keine Ahnung, worum es hier geht, oder er macht skrupellos Politik an den Interessen der deutschen Bevölkerung vorbei." In einer Umfrage vom November 2008 bezeichneten 84 Prozent der Befragten das Klonen zur Nahrungsmittelproduktion als völlig widernatürlich.