Die Äußerungen machen deutlich, dass sich Berlusconi als Opfer seiner Gegner aus den eigenen Reihen sieht. Ihm war es nicht gelungen, bei einer wichtigen Abstimmung die absolute Mehrheit des Regierungslagers im Abgeordnetenhaus hinter sich zu versammeln. Insgesamt acht Parlamentarier schlossen sich bei der nachträglichen Genehmigung des Haushalts 2010 der Opposition an und blieben der Abstimmung fern. Das war der deutliche Beweis dafür, dass der Premier in den vergangenen Tagen an Rückhalt im eigenen Lager verloren hat.
Mussolini war vor Ende des Zweiten Weltkrieges auf der Flucht in die Schweiz von kommunistischen Partisanen gefangen genommen und getötet worden. Seine Leiche wurde später in Mailand kopfüber aufgehängt zur Schau gestellt.
Nach seiner Rückzugsankündigung sieht der Premier zu Neuwahlen keine Alternative. "Ich werde zurücktreten, sobald das Haushaltsgesetz verabschiedet ist, und da ich glaube, dass es keine andere mögliche Mehrheit gibt, erwarte ich Neuwahlen Anfang Februar, und ich werde nicht kandidieren", sagte er in dem "La-Stampa"-Interview. Sein Rückzug aus der Politik stehe definitiv fest.
Berlusconi nannte zugleich auch seinen Wunschkandidaten als Nachfolger. "Der Mitte-Rechts-Kandidat wird Angelino Alfano sein, er wird von allen akzeptiert." Alfano, früher Justizminister, ist Chef der Berlusconi-Partei Volk der Freiheit. Eine neue Regierung unter Alfano sofort nach dem Rücktritt hält der Noch-Ministerpräsident nicht für sinnvoll, da dieser nur verheizt werde.