Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hermann Ott vor einer Weltkugel im Kongresszentrum in Kopenhagen
In diesem Moment muss Ott an die Party denken, vor 14 Jahren in Berlin. Es war die erste "Konferenz der Vertragsstaaten", "COP 1", wie sie in dieser Familie sagen. 30 Wissenschaftler und Aktivisten waren da, er hat sie damals durch Kreuzberg geführt, von Bar zu Bar. "Eine gute Party", sagt Ott.
Die Party wurde mit der Zeit zur Institution, immer am Wochenende vor der Entscheidung. In Kopenhagen haben sie einen Klub gemietet, fünf Floors, 2000 Leute, aber man kannte sich nicht mehr. Ott ist früh zurück ins Hotel gefahren.
Seit 1995 war Hermann Ott immer dabei, wenn über das Klima verhandelt wurde, von COP1 bis COP 15 jetzt in Kopenhagen. Mal als Wissenschaftler, mal als Regierungsberater, mal als Aktivist, jetzt als Parlamentarier für die Grünen. Ott hat das Standardwerk zum Kioto-Protokoll geschrieben, jeder neue Klimadiplomat muss es lesen, wenn er bei der Uno anfängt. Er hat erlebt, wie der Klimaschutz aus der Wissenschaft in die Weltpolitik aufstieg, wie ein kleines Thema groß wurde - so groß, dass es jetzt an seiner Größe scheitern könnte. So groß, dass der Gipfel, der es behandeln soll, jetzt dabei ist, sich neu zu erfinden.