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Merken   Drucken   12.10.2009, 21:31 Schriftgröße: AAA

Nobelpreisträger unter sich: Unser Wertesystem gerät aus den Fugen  

Kommentar Welche Art von Leistung wird heutzutage eigentlich belohnt? Wie verzerrt unser Wertesystem ist, zeigt eine Gegenüberstellung des Erfinders der grünen Revolution mit der Wall Street. von Joseph Stiglitz
Joseph Stiglitz ist Professor an der Columbia University und erhielt 2001 den Nobelpreis für Ökonomie.
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama  mag überraschend gewesen sein. Um über grundlegende Werte und unser Wirtschaftssystem nachzudenken, bietet allerdings der Tod eines anderen Friedensnobelpreisträgers die noch passendere Gelegenheit: Norman Borlaug, dessen Arbeit an der "grünen Revolution" Hunderte Millionen Menschen vor dem Hungertod rettete und weltweit die ökonomische Landschaft veränderte.
Vor der Zeit Borlaugs stand die Welt vor einem malthusianischen Albtraum. In den Entwicklungsländern wuchs die Bevölkerung schneller als die Nahrungsmittelversorgung, vor allem in Indien. Ökonomie-Nobelpreisträger Gunnar Myrdal malte das düstere Zukunftsszenario eines in Armut gefangenen asiatischen Kontinents. Stattdessen wurde Asien, unter anderem dank der grünen Revolution, zum Wirtschaftsmotor.
Borlaugs Tod erinnert aber auch daran, wie verzerrt unser Wertesystem inzwischen ist. Als Borlaug einst um vier Uhr früh die Nachricht vom Nobelpreis übermittelt bekam, war er in seinem endlosen Bemühen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität bereits auf mexikanischen Feldern unterwegs. Er machte das nicht, weil es viel Geld dafür gegeben hätte, sondern aus Überzeugung und Leidenschaft für seine Arbeit.

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  • Aus der FTD vom 13.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 16.10.2009 12:00:53 Uhr   Manul: Intelligente Köpfe

    "Die absurd hohen Gehälter im Finanzsektor zogen manche der intelligentesten Köpfe in das Bankgeschäft. Wer weiß, wie viele Borlaugs unter denjenigen gewesen wären, die sich von den Reichtümern der Wall Street und der Londoner City verlocken ließen. Sollten wir auch nur einen davon verloren haben, ist unsere Welt dadurch unermesslich ärmer geworden."

    Intelligente Köpfe kann es gar nicht in diesem Hamsterrad geben, denn die wissen, dass Geld allein nicht glücklich macht und dass es nicht die Aufgabe eines intelligenten Menschen ist, raffgierig wie ein Mastschwein sich zu bedienen auf Kosten anderer Leute, sondern die Welt wirklich besser zu machen. Die Dummen und Verblendeten nennen sie dann Kommunisten oder Gutmenschen und ihre Arbeit wird oft nicht mal wirklich annerkannt, denn diese Leute sind eben keine Leistungsträger im Sinne dieser kranken Ideologie.

  • 15.10.2009 05:36:18 Uhr   Saubermann: Geld ist der Gradmesser
  • 13.10.2009 15:26:50 Uhr   Marcel: @ELIASS
  • 13.10.2009 12:52:37 Uhr   aleator: Unser Wertesystem gerät aus den Fugen
  • 13.10.2009 12:42:41 Uhr   Kaiserbubu: Mehr davon!
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