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  FTD-Serie: Die Top-Ökonomen

Es gibt kaum eine heiße wirtschaftspolitische Debatte oder kluge ökonomische Analyse, in der ihr Name nicht fällt: Joseph Stiglitz, Kenneth Rogoff und Jagdish Bhagwati bilden mit einem guten Dutzend weiterer Top-Ökonomen einen einzigartigen Think Tank. So konträr ihre Ansichten auch sein mögen: Sie schreiben für eine exklusive Serie, die die FTD in Zusammenarbeit mit der internationalen Public-Benefit-Organisation 'Project Syndicate' veröffentlicht.

Merken   Drucken   19.11.2010, 11:00 Schriftgröße: AAA

Top-Ökonomen: Raghuram Rajan - Das große Blinzeln

Das weltweite Wachstum wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich gedämpft bleiben, da die Industrieländer damit zu kämpfen haben, ihre Haushalts- und Staatsbilanzen in Ordnung zu bringen, und die aufstrebenden Märkte dabei sind, sich von ihrer Abhängigkeit von der Nachfrage der Industrieländer zu befreien.
© Bild: 2010 ftd.de
Das weltweite Wachstum wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich gedämpft bleiben, da die Industrieländer damit zu kämpfen haben, ihre Haushalts- und Staatsbilanzen in Ordnung zu bringen, und die aufstrebenden Märkte dabei sind, sich von ihrer Abhängigkeit von der Nachfrage der Industrieländer zu befreien. von Raghuram Rajan 
Während diese Aufräumarbeiten nach der Großen Rezession fortschreiten, ist eines klar: Die globale Nachfrage wird in Zukunft durch die Milliarden von Konsumenten in Afrika, China und Indien entstehen. Doch wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, diese Nachfrage zu aktivieren, denn was derzeit auf der Welt für die Konsumenten der Industrieländer produziert wird, kann nicht einfach an die Verbraucher in den Schwellenmärkten geliefert werden, vor allem nicht an die ärmeren unter ihnen.
Wenn wir über Milliarden von neuen Konsumenten reden wollen, anstatt über die Millionen, die über ähnliche Einkommen wie die Mittelschicht in den Industrieländern verfügen, müssen wir erkennen, dass viele Konsumenten in den Schwellenmärkten wesentlich geringere Einkommen haben als die Verbraucher in den Industrieländern und unter vollkommen anderen Bedingungen leben. Sie haben andere Bedürfnisse, und die Hersteller weltweit haben sie bis vor kurzem großenteils ignoriert.
Doch die Zeiten ändern sich. Immer mehr konzentrieren sich die Hersteller auf Menschen die, wenn sie sich nicht auf der untersten Stufe der Einkommenspyramide befinden, zu den Massen in der Nähe der Basis gehören.
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Beispielsweise stellt das indische Unternehmen Godrej einen innovativen Kühlschrank her, der auf arme Dorfbewohner abzielt. Frauen in den Dörfern sind häufig gezwungen, mehrmals am Tag zu kochen, weil das von ihnen morgens zubereitete Essen in der Hitze verdirbt. Sie würden übrig gebliebenes Essen gerne kühlen, was Abfälle und Zubereitungszeit reduzieren würde. Selbst wenn Strom verfügbar ist, wird die Stromversorgung häufig unterbrochen, und leider stellen kompressorbetriebene elektrische Kühlschränke, die viel Strom verbrauchen, bisher keine Alternative dar.
Die Ingenieure von Godrej stellten fest, wenn das Ziel lediglich war, das Essen nicht verderben zu lassen - und nicht unbedingt Eis herzustellen, so würde es ausreichen, wenn der Kühlschrank auf wenige Grade über null Grad Celsius kühlt. Dadurch könnte ein Strom sparender Ventilator anstatt eines Kompressors verwendet werden, und der Ventilator könnte mit Batterien betrieben werden, anstatt vom Stromnetz abhängig zu sein.
Genau diese Art sparsam konstruierter Produkte kann eine gewaltige neue Verbrauchernachfrage in den aufstrebenden Märkten schaffen. Die Unternehmen in den Industrieländern nehmen dies zur Kenntnis. General Electric beispielsweise reduziert derzeit die Funktionen seiner medizinischen Geräte auf das absolut notwendige Minimum für die Versorgung abgeschiedener ländlicher Kliniken in den Entwicklungsländern. "Gerade genug" Funktionen machen die Geräte erschwinglich, ohne dass dabei Qualitätseinbußen entstehen.

Teil 2: Aggressive Strategien könnten den Anpassungsprozess gefährden

  • FTD.de, 19.11.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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