FTD.de » Politik » Konjunktur » EZB feuert letzten Schuss zur Euro-Rettung ab

Merken   Drucken   10.05.2010, 16:25 Schriftgröße: AAA

Gefallenes Tabu: EZB feuert letzten Schuss zur Euro-Rettung ab  

Die EZB knickt ein: Sie kauft nun wie die Fed und die Bank of England Staatsanleihen auf - und vollzieht erneut eine Kehrtwende. EZB-Chef Trichet verteidigt den Schritt. FTD.de erklärt, was das für Inflation und den Euro-Wechselkurs bedeutet. von Tobias Bayer  Frankfurt
Die Schuldenkrise in der Euro-Zone zwingt auch die Währungshüter zu ungewöhnlichen Schritten: Die Europäische Zentralbank (EZB) ist aus Furcht vor einem Zerfall der Euro-Zone weiter eingeknickt. Eine Woche nachdem EZB-Chef Jean-Claude Trichet  entgegen früherer Aussagen angekündigt hatte, griechische Anleihen auch mit schlechter Bonität als Sicherheit anzunehmen, geht sie jetzt noch einen Schritt weiter.
Um die Märkte am Leben zu halten, will die EZB in Zukunft zur Not auch Anleihen von hoch verschuldeten Euro-Staaten oder auch privaten Schuldnern aus diesen Ländern kaufen. Das teilte die EZB am frühen Montagmorgen mit. Die Deutsche Bundesbank legte bereits los. Das bestätigte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Dpa.
EZB-Präsident Trichet verteidigte den Schritt und seine Institution. Man habe nicht auf politischen Druck hin gehandelt, sagte Trichet am Montag in Basel. Ausschlaggebend sei die Krise am Kapitalmarkt gewesen. "Wir sind in aller Entschiedenheit unabhängig. Die Staatsanleihenkäufe sind die Beschluss des geldpolitischen Rates und nicht Resultat irgendwelchen Drucks von außen." Die Entscheidung sei nicht einstimmig, sondern mit "überwältigender Mehrheit" getroffen worden. Zu Details äußerte sich Trichet nicht.
FTD.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum historischen Schritt.

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