Der Weltwirtschaft droht auch 2013 erneut ein Jahr ohne großen Schwung. Der Sachverständigenrat rechnet in seinem am Mittwoch präsentierten Gutachten mit zwei Jahren Rezession in der Euro-Zone in Folge. Insgesamt dürfte die Weltwirtschaft ihr äußerst verhaltenes Wachstum fortsetzen.
Der Sachverständigenrat, bestehend aus fünf deutschen Wirtschaftsprofessoren, legt einmal im Jahr der Bundesregierung sein Gutachten vor, in dem er die konjunkturelle Entwicklung prognostiziert und wirtschaftspolitische Empfehlungen abgibt.
Dabei macht er der Regierung wenig Hoffnung, dass sich die konjunkturelle Lage in Europa schnell entspannt. "Im Euro -Raum werden die Konsolidierungsbemühungen auch im Jahr 2013 anhalten", schreiben die Experten in ihrem Bericht. In der Folge werde das Bruttoinlandsprodukt in der Währungszone 2012 um 0,7 Prozent schrumpfen. 2013 dürfte es dann erneut leicht sinken, wenn auch nur noch um 0,1 Prozent. Vor allem der private Konsum sowie der Staatskonsum und die öffentlichen Investitionen belasten. Einzig die Exporte stützen, auch dank eines schwachen Euro.
Die Regierung in Paris hat ein ambitioniertes Sparziel ausgegeben, das die Konjunktur belasten könnte. Die Sachverständigen zweifeln jedoch an den Erfolgsaussichten dieses Plans. "Damit Frankreich sein Defizitziel von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2013 erreichen kann, bedarf es jedoch erheblicher zusätzlicher Anstrengungen." Denn die aktuelle Planung des Haushalts geht von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent im Jahr 2013 aus. Dies dürfte aber laut Sachverständigen nur schwer zu erreichen sein.
Probleme gibt weiterhin in wichtigen französischen Absatzmärkten. In Italien und Spanien rechnen die Experten 2013 mit einer Fortsetzung der Rezession, wenn auch mit nachlassender Schärfe. Auch dort belasten weiterhin die Sparprogramme.
Auf die Nachfrage aus China können die Euro-Firmen derweil auch im nächsten Jahr nur eingeschränkt hoffen. Die Experten rechnen im kommenden Jahr mit einer weiteren Abschwächung. Das Wachstum dürfte von 7,8 auf 7,7 Prozent sinken - und damit für chinesische Verhältnisse erneut eher enttäuschend ausfallen. Gleichwohl ist es immer noch stark genug, um die Nachfrageausfälle in Europa zumindest zu einem gewissen Teil zu kompensieren.
Eine harte Landung droht der chinesischen Wirtschaf derweil nicht. Im Fall einer weiteren Abschwächung der Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts bestünde allerdings für die Geld- und Fiskalpolitik ausreichend Spielraum für konjunkturstimulierende Maßnahmen, betonen die Experten. "Erste Anzeichen für eine expansivere Ausrichtung der Geldpolitik lassen sich an den Leitzins- und Mindestreservesatzsenkungen der chinesischen Zentralbank ablesen." Zudem habe die Regierung im September ein Infrastrukturprogramm im Umfang von 125 Mrd. Euro beschlossen. So könnte längerfristig doch wieder etwas mehr Nachfrage aus Fernost winken. "Selbst wenn diese Maßnahmen erst mit einer gewissen Verzögerung zu wirken beginnen, könnte der Trend zu geringeren Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2013 sein Ende finden."
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Von der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA, dürfte dagegen 2013 wenig schiebende Impulse für die Weltwirtschaft zu erwarten sein. Im Gegenteil: Ein Risiko für die gesamte Weltwirtschaft stelle die ungeklärte Situation rund um den US-Haushalt dar. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass deutliche Wachstumseinbußen in den Vereinigten Staaten in dem derzeit fragilen Umfeld zu einem globalen Unsicherheitsschock führen, der die Investitionstätigkeit weltweit einbrechen ließe."
Damit werde die Weltwirtschaft auch 2013 keine großen Sprünge machen. Der Rat prognostiziert für die Weltproduktion Zuwachsraten von 3,3 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent in den Jahren 2012 und 2013.
Immerhin ein kleiner Lichtblick: 2013 werde sich im Euro-Raum allmählich eine Bodenbildung abzeichnen. Vorausgesetzt natürlich, die Euro-Krise eskaliert nicht erneut. Der Zusatz der ungewöhnlich hohen Prognoseunsicherheit ist im Jahr drei der Euro-Krise mittlerweile schon fester Bestandteil des Sachverständigenberichts.