Die Stimmung zwischen Griechenland und seinen Euro-Partnerstaaten wird zunehmend gereizt. Gleichwohl wollen die Euro-Finanzminister kommenden Montag über das mindestens 130 Mrd. Euro schwere Hilfspaket für Hellas entscheiden. Das teilte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker in Luxemburg nach einer dreistündigen Telefonkonferenz mit den Finanzministern des Währungsraums mit. "Auf der Basis der Bestandteile, die derzeit auf dem Tisch liegen bin ich zuversichtlich, dass die Euro-Gruppe in der Lage sein wird, alle nötigen Entscheidungen in der Sitzung zu treffen." Ob das Geld tatsächlich freigegeben wird, ist angesichts der aufgeheizten Stimmung offen.
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zuvor offen an der Nachhaltigkeit der Sparzusagen Griechenlands gezweifelt, einen überzeugenden Vertrauensbeweis der Spitzenpolitiker Athens gefordert und eine Verschiebung der für April angesetzten Wahl nahegelegt. Als Gegenleistung für neue Hilfsmilliarden verlangte der Christdemokrat von Hellas eine Absichtserklärung, die geplanten tiefen Einschnitte im Staatshaushalt unabhängig vom Ausgang der Wahl umzusetzen.
Als Drohung stellten die Bundesrepublik und die anderen nördlichen Geber-Staaten Niederlande und Finnland Euro-Kreisen zufolge eine Verschiebung des gesamten Pakets bis nach der Wahl in den Raum. Angesichts der innenpolitischen Lage und Stimmung in Hellas gebe es Zweifel, ob eine künftige Regierung sich an die Zusagen gebunden fühle, sagte Schäuble.