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Merken   Drucken   15.02.2012, 21:24 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Euro-Retter und Griechenland kriegen sich in die Wolle

Der Unmut über Hellas und seine Politiker wächst. Deutschlands Finanzminister äußert dies offen, auch Italiens Regierungschef Monti geht mit Athen hart ins Gericht. Die Griechen reagieren gereizt.
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Der Unmut über Hellas und seine Politiker wächst. Deutschlands Finanzminister äußert dies offen, auch Italiens Regierungschef Monti geht mit Athen hart ins Gericht. Die Griechen reagieren gereizt.
Die Stimmung zwischen Griechenland und seinen Euro-Partnerstaaten wird zunehmend gereizt. Gleichwohl wollen die Euro-Finanzminister kommenden Montag über das mindestens 130 Mrd. Euro schwere Hilfspaket für Hellas entscheiden. Das teilte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker in Luxemburg nach einer dreistündigen Telefonkonferenz mit den Finanzministern des Währungsraums mit. "Auf der Basis der Bestandteile, die derzeit auf dem Tisch liegen bin ich zuversichtlich, dass die Euro-Gruppe in der Lage sein wird, alle nötigen Entscheidungen in der Sitzung zu treffen." Ob das Geld tatsächlich freigegeben wird, ist angesichts der aufgeheizten Stimmung offen.
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zuvor offen an der Nachhaltigkeit der Sparzusagen Griechenlands gezweifelt, einen überzeugenden Vertrauensbeweis der Spitzenpolitiker Athens gefordert und eine Verschiebung der für April angesetzten Wahl nahegelegt. Als Gegenleistung für neue Hilfsmilliarden verlangte der Christdemokrat von Hellas eine Absichtserklärung, die geplanten tiefen Einschnitte im Staatshaushalt unabhängig vom Ausgang der Wahl umzusetzen.
Als Drohung stellten die Bundesrepublik und die anderen nördlichen Geber-Staaten Niederlande und Finnland Euro-Kreisen zufolge eine Verschiebung des gesamten Pakets bis nach der Wahl in den Raum. Angesichts der innenpolitischen Lage und Stimmung in Hellas gebe es Zweifel, ob eine künftige Regierung sich an die Zusagen gebunden fühle, sagte Schäuble.
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Zudem ging der italienische Regierungschef Mario Monti mit Griechenland vor dem Straßburger EU-Parlament streng ins Gericht. Die Härte gegenüber Athen sei möglicherweise übertrieben, räumte er ein. "Doch die Politik der griechischen Regierung war über viele Jahre hinweg ein perfekter Katalog der schlimmsten Praktiken der Politik." Italien gehört selbst zu den Staaten, die als Anwärter für Hilfsgelder der Euro-Partner gelten. Allerdings hat sich die Lage jüngst entspannt.
Griechenlands Regierung wiederum beklagte sich über schwindende Unterstützung der Euro-Länder und befürchtet sogar den Rausschmiss aus der Währungsunion. "In der Euro-Zone gibt es manche, die uns nicht mehr haben wollen", sagte Finanzminister Evangelos Venizelos dem griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias laut offiziellen Angaben. "Das Land befindet sich auf Messers Schneide."
Griechenlands Staatspräsident Papoulias griff wiederum Finanzminister Schäuble scharf an. "Ich kann nicht hinnehmen, dass Herr Schäuble mein Land beleidigt", sagte Papoulias am Mittwoch sichtlich erbost. "Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland kränkt? Wer sind die Niederländer? Wer sind die Finnen?", fügte der 82-Jährige nach Reuters-Angaben während eines Mittagessens mit dem Verteidigungsminister und Spitzenvertretern des Militärs hinzu.

Teil 2: Die Wut wächst

  • FTD.de, 15.02.2012
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