Der Handelsriese Metro spricht mit Interessenten über einen Verkauf seiner ausländischen Real-Märkte. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Unternehmenskreisen. Ein Konzernsprecher wollte dies in Düsseldorf nicht kommentieren und sprach von "Marktgerüchten". Von den 426 Märkten der SB-Warenhaustochter Real befinden sich 110 Märkte in Polen, Rumänien, Russland, der Türkei und der Ukraine. 2011 arbeiteten dort rund 23.700 Menschen, der Umsatz lag in diesen Ländern bei knapp 3 Mrd. Euro.
Metro gab bereits vor einem Monat die Planung von weltweitem Abbau von rund 900 Stellen bis 2015 mit. Betroffen seien dabei Jobs in der Verwaltung der Metro AG und den Tochtergesellschaften Metro Properties (Immobilien), Metro Systems (IT) und Metro Logistics (Logistik). Derzeit beschäftigt der Handelskonzern in diesen Bereichen 11.000 Mitarbeiter. "Es ist nicht vorgesehen, Personal auf der Fläche zu reduzieren", teilte ein Sprecher mit.
Der Stellenabbau ist Teil eines Kostensenkungsprogramms. Metro-Chef Olaf Koch hatte bereits angekündigt, 100 Mio. Euro einsparen zu wollen, in erster Linie über Sach- und Projektaufwendungen, aber auch beim Personal.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte über einen Verkauf von Real. Metro hatte mehrfach gesagt, dass es verschiedene Optionen für das Unternehmen gibt: Verbleib im Metro-Verbund, Teilverkauf oder vollständige Abgabe.