Der Haupteigentümer Andreas Heeschen wollte am Sonntag auf Anfrage zu den Details keine Stellung nehmen: "Ich kommentiere unsere Finanzzahlen nicht mehr. Unsere Anleiheinvestoren wurden in einer Telefonkonferenz informiert." Der Umsatz brach im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 13,2 Mio. Euro auf 36,6 Mio. Euro ein. Nachdem das Unternehmen im Vorjahr 6,1 Mio. Euro Gewinn schrieb, werden jetzt 3,4 Mio. Euro Verlust ausgewiesen.
Das Verlustergebnis trifft Heckler & Koch in einer Umbruchsituation. Dabei ist die Firma dringend auf gute statt belastende Nachrichten angewiesen. So gab es Pläne, das hoch verschuldete Unternehmen 2012 in London und Frankfurt an die Börse zu bringen. Vor diesem Hintergrund schaden jüngste Berichte über das Auftauchen von G36-Gewehren des Unternehmens in Libyen, wofür es keine Genehmigung gibt. In der politischen Kritik der Opposition steht zudem der von der Regierung freigegebene Aufbau einer H&K-Waffenlizenzproduktion in Saudi-Arabien.
Heeschen betonte nachdrücklich, dass es zu keinem Zeitpunkt Waffenlieferungen des Unternehmens nach Libyen gegeben habe. "Deutschland hat die strengsten Exportrichtlinien, und wir halten uns strikt daran." Experten des Unternehmens würden nach Libyen geschickt, um mit den Behörden vor Ort die Herkunft der Gewehre zu klären. Heeschen verwies darauf, dass Nato-Verbündete mit G36-Waffen die libyschen Rebellen unterstützen. So könnten theoretisch Fotos entstanden sein, auf denen die Rebellen die G36-Gewehre in den Händen halten.