Wenn die Entscheidung zwischen Familienmacht oder Zukunft stand, hat sich die Peugeot-Dynastie noch immer für das Unternehmen entschieden. Allerdings nie, ohne sich die Rückkehr an die Schaltstellen zu sichern. Knapp die Hälfte der Stimmrechte hält die Peugeot-Familie noch heute. Gegenüber dem Vorstand um Konzernchef Philippe Varin kann Peugeot wie der einsame Entscheider auftreten, doch er muss eine Dynastie mit vielen Dutzend Mitgliedern zusammenhalten. 2002 musste er nach dem plötzlichen Tod seines Vaters, des unangefochtenen Familienpatriarchen Pierre, zuerst mit dem ehrgeizigen Cousin Robert ringen, der heute die Kapitalgesellschaft der Familie führt.
Im Unternehmen und in der Familie nennen sie Thierry Peugeot den Menhir. Menhire oder Hinkelsteine sind mächtige Granitsäulen, die Jahrhunderte unbeeindruckt überdauert haben. Doch die Dramatik, mit der dem Konzern die Kosten aus dem Ruder laufen und er zugleich den Anschluss an die Weltmärkte verliert, bringt auch einen Unerschütterlichen in Bewegung. Gut möglich, dass er seine Grundsätze gerade modifiziert. Aber über den Haufen werfen würde er sie nie.
Jedenfalls hat Thierry Peugeot bewiesen, dass er schnell entscheidet. Als vor drei Jahren die Stimmung im Unternehmen immer brüchiger wurde, tauschte er in einer abrupten Wendung Konzernchef Christian Streiff gegen Varin aus, nachdem er ebendies zuvor noch ausgeschlossen hatte. Kurzerhand rief er dafür Streiff in dessen Landhaus in der Bretagne an. Das Gespräch dauerte eine Minute.